Kommentieren

HRS

18.01.2012, 11:32 Uhr

Ab März neue AGB

von Sabine Pracht

HRS harmonisiert die Verträge für seine drei Portale. Damit einhergeht auch ein einheitlicher Preis von 15 Prozent Kommission für Vermittlungsleistungen von HRS, Hotel.de und Tiscover.

HRS-Chef Tobias Ragge vereinheitlicht seine Plattformen HRS, Tiscover und Hotel.de.
Foto: HRS

Hoteliers hatten es gleich befürchtet als HRS die Übernahme von Hotel.de verkündete: Diesem Kauf und der damit einhergehenden Marktmacht würde sicherlich eine Preiserhöhung folgen, mutmaßten sie. HRS-Chef Tobias Ragge wies solche Absichten von sich. Jetzt werden die Hotels doch enttäuscht. Zum 1. März verlangt HRS für die Vermittlung 15 statt 13 Prozent. Das teilte HRS seinen Kunden gestern in einem Rundschreiben mit. Auch für Leistungen der Töchter Hotel.de und Tiscover kassiert das Kölner Unternehmen ab diesem Zeitpunkt 15 Prozent Vermittlungsentgelt.

Hotels, die diese Preiserhöhung nicht tragen wollen, müssen den Änderungen schriftlich widersprechen. Ansonsten gilt: Wer auch nach dem 1. März noch seine Zimmer bei HRS einstellt, hat dem Unternehmen damit automatisch seine Zustimmung zu den geänderten Geschäftsbedingungen erteilt.

Die Preiserhöhung, die schon am Dienstag auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Amadeus (fvw.de berichtete) bekannt geworden war, begründet HRS mit „stetigen Investitionen in Personal, Vertrieb und Informationstechnologie“, die für ein „nachhaltiges Wachstum“ erforderlich seien.

In dem zweiseitigen Schreiben liefert HRS seinen Kunden eine Reihe von Belegen, dass das Portal die Reichweite für Hotels kontinuierlich ausgebaut hat, etwa durch Kooperationen mit Air Berlin, China Eastern, der Deutschen Bahn und der italienischen Bahn Trenitila sowie der jüngst verkündeten Zusammenarbeit mit Deutschlands größtem GDS Amadeus. Außerdem seien die Hotels von HRS mittlerweile auf 16 mobilen Plattformen präsent und im vergangenen Jahr von mehr als 30.000 Unternehmen gebucht geworden. Das entspricht einem Anstieg von etwa 20 Prozent.

Kampf um Paritäten geht weiter

Nach der Übernahme von Hotel.de, woran HRS mittlerweile zu 83 Prozent beteiligt ist, nutzt der Mega-Hotelbroker die Gelegenheit, die Geschäftsbedingungen für seine drei Portale HRS, Hotel.de und Tiscover ab 1. März zu erneuern und aufeinander abzustimmen. Bis auf wenige Ausnahmen „ist der Wortlaut identisch“, sagt Michael Simon, Mitglied der Geschäftsführung bei HRS.

In seinen ab 1. März geltenden Verträgen macht das Hotelportal noch einmal unmissverständlich deutlich, dass es eine Bestpreisgarantie von den Hotels erwartet, die eigenen Vertriebskanäle der Hotels eingeschlossen. Damit duldet HRS auch keine exklusiven Sonderpreisaktionen der Hotels mehr. „Wenn es kurzfristig etwas zu verkaufen gibt, wollen wir mitverkaufen“, sagt Simon. Auch den im vergangenen Jahr bei Urlaubsportalen aufgetauchten Nettoraten (fvw.de berichtete) sagt HRS weiter den Kampf an. In der Branche habe sich die Praktik nicht wesentlich verändert, man wolle in nächster Zeit wieder verstärkt darauf achten, dass HRS preislich nicht von Urlaubsportalen unterboten wird, kündigt Simon an. In den neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) von HRS, Hotel.de und Tiscover heißt es daher: „Das Hotel verpflichtet sich in diesem Zusammenhang auch, seine sonstigen Vertriebspartner entsprechend zu verpflichten und dafür Sorge zu tragen, dass HRS für den Fall, dass das Hotel zu einem günstigeren Preis buchbar ist, diesen Preis erhält“. Die Verantwortung also liegt beim Hotel.

Klarheit bei Bildrechten

Weitere wichtige Änderungen in den neuen Verträgen: Die Portale von HRS sichern sich per AGB die Vermarktungsrechte an Bildern und Videos der Hotels und behalten sich das Recht vor, auch eigenen Bild- und Videocontent hinzuzufügen. Bis jetzt hatte HRS die Bildrechte in bilateralen Abkommen vereinbart. Man wolle mit der neuen Variante den administrativen Aufwand reduzieren, heißt es. Außerdem verpflichtet HRS seine Kunden neuerdings, am Lastschriftverfahren teilzunehmen. Alternativ bietet HRS nur noch die Kreditkartenabbuchung an. Aber, man komme den Kunden durch ein um sieben Tage erweitertes Zahlungsziel entgegen. Im Klartext: Wer sofort zahlt, für den kommt das Lastschriftverfahren nicht zum Einsatz. HRS verweist bei diesem Vorgehen auf „geübte Praxis“.

Gut für Hotels: Neuerdings können sie einstellen, dass sie automatisch per E-Mail über eine neue Gästebewertung informiert werden. So können Hotels mit der für sie eingerichteten Kommentarfunktion sofort auf Kritik reagieren. Damit komme HRS den Wünschen der Hotellerie nach.

In dem Schreiben kündigt HRS weitere Schritte zur Stärkung der Reichweite an. Im ersten Quartal diesen Jahres noch werde das Unternehmen eine weitere Niederlassung in Asien eröffnen. Von Singapur aus wolle das Unternehmen zusätzliche Kunden aus den südostasiatischen Wachstumsmärkten gewinnen. Außerdem würden alle HRS-Hotels, wie bereits im Zuge der Hotel.de-Übernahme angekündigt, künftig auch über Hotel.de buchbar sein.

Weiterführende Links

Teilen Sie diese Kurzmeldung (Hilfe): Social Bookmarks

Witz der Woche

Dummer Ochse

Sonntäglicher Zoo-Ausflug. weiter

 
© 2013 Verlag Dieter Niedecken GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum Datenschutz AGB Kontakt Media