Kommentieren

Berliner Flughafen

26.01.2012, 13:01 Uhr

Abflugrouten festgelegt

von Georg Jegminat

Die umstrittenen Abflugrouten auf dem neuen Berliner Flughafen sind nun beschlossen. Airport-Chef Rainer Schwarz geht aber davon aus, dass in der Praxis noch Optimierungen erfolgen können.

Rainer Schwarz kann den Punkt Abflugrouten abhaken.
Foto: BBI

Das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) hat nach ausgiebigen Beratungen auch mit Anwohnern die Flugrouten für den Hauptstadtflughafen BER beschlossen. Die Flugzeuge von der Nordbahn werden in gerader Linie abfliegen, von der Südbahn nach Süden abknicken. Da der Flughafen südlich der Stadt liegt, werden die Flugzeuge also möglichst von der Stadt weggeführt.

„Nun herrscht endlich Klarheit“, ist Flughafen-Chef Rainer Schwarz erleichtert. Schließlich sind es nur noch vier Monate bis zur Eröffnung des Flughafens. Das Abflugkonzept sei auch das Ergebnis der engagierten Arbeit der Fluglärm-Kommission und vieler der Bürgerinitiativen, um die Fluglärm-Belastung in der Region so gering wie möglich zu halten.

Schwarz betont: „Auch nach Eröffnung des BER gilt es, Optimierungspotenziale durch die Erfahrungen des realen Flugbetriebs zu entwickeln.“ Man werde wie bereits angekündigt die Studie zur Realisierbarkeit des Münchener Modells für die Ostabflüge (früheres Abknicken) vorantreiben und finanzieren.

Auch Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbands des Deutschen Luftverkehrs (BDL), ist positiv gestimmt: „Dass alle Betroffenen jetzt wissen, mit welchen Flugrouten sie zu rechnen haben, ermöglicht es, nach vorne zu schauen und verlässlich in die Zukunft zu planen.“

BDL fordert Transparenz gegenüber Bürgern

Siegloch sieht die Politik jedoch weiterhin gefordert: „Allerdings machen die vergangenen Auseinandersetzungen um die Flugrouten deutlich, dass es bei der Flugrouten-Planung künftig mehr Transparenz geben muss. Die Bürgerinnen und Bürger müssen früher informiert sein. Dafür setzen wir uns ein.“ Der BDL-Präsident spielt darauf an, dass Anwohner jahrelang in dem Glauben gelassen wurden, dass die Flugzeuge in gerader Linie abfliegen. Die beiden Startbahnen liegen tatsächlich auch weit genug auseinander, um einen Parallelbetrieb zu ermöglichen. Doch erst 2011 wurde bekannt, dass der Empfehlung der US-Organisation Icao folgend, abknickende Flugrouten geplant sind. Deshalb werden mehr Anwohner vom Fluglärm betroffen sein. Daraufhin kam es zu Protesten.

Zwei Flughäfen werden geschlossen

Betrachtet man jedoch Berlin insgesamt, wird die Stadt erheblich vom Fluglärm entlastet. Denn mit zunächst Tempelhof und nun Tegel werden zwei innerstädtische Flughäfen geschlossen. Deren Anwohner haben also keinen Fluglärm mehr zu verkraften.

Der Berliner Flughafen illustriert das mit folgenden Zahlen: Im Jahr 2004 waren bei einem Fluggast-Aufkommen von 15 Mill. Passagieren tagsüber 225.800 Menschen in der Region von einem Dauerschallpegel von 55 Dezibel betroffen. Im Jahr 2023 werden es bei doppelt so vielen Passagieren lediglich 59.600 Menschen sein.

Teilen Sie diese Kurzmeldung (Hilfe): Social Bookmarks

Top 5: Beliebteste News

  1. 1. Zu teuer: (5) Hotels schaffen Minibars ab
  2. 2. Fit For Business Travel: (4) Firmenkreditkarten von A bis Z
  3. 3. Dorint: (4) Bettensteuer mit Aufschlag
  4. 4. Neuseeland: (4) Notstand nach Erdbeben
  5. 5. Tunesien: (3) Enfidha Airport effizient und modern
 
© 2012 Verlag Dieter Niedecken GmbH, Alle Rechte vorbehalten