Air Baltic

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Rekordgewinn und 22 neue Flugzeuge

Air Baltic darf nach Abschluss der von der EU beaufsichtigten Restrukturierung ihre Strecken wieder selbst festlegen. Nun will man in den beiden Nachbarstaaten expandieren.

von Oliver Graue, 10.03.2016, 19:29 Uhr
Die lettische Airline will sämtliche ihrer jetzigen Boeing B-737 durch hochmoderne Bombardier-Jets der C-Series ersetzen.
Foto: Air Baltic

Bislang musste sich Air Baltic auf ihr heimisches Drehkreuz Riga in Lettland konzentrieren, künftig soll es wieder das gesamte Baltikum sein: Auch Tallinn (Estland) und Vilnius (Litauen) stehen wieder im Flugplan. Im April ist die von der EU beaufsichtigte Restrukturierung abgeschlossen und im dritten Jahr in Folge macht Air Baltic Gewinn – 2015 mit 20 Mio. Euro sogar ein Rekordergebnis. Im Jahr 2011 hatte Air Baltic mit einem Verlust von 119 Mio. Euro noch kurz vor dem Aus gestanden.

Nun soll das Business-Programm Horizon 2021 greifen: mit 132 Mio. Euro frischem Kapital, neuen Partnern sowie 20 georderten Bombardier-Jets und zwei Q400-Turboprops. Die Bombardier C-Series sollten die alten Boeing B-737 ersetzen. Dank der größeren Reichweite der neuen Maschine können nun auch wieder weiter entfernte Ziele mit einem Radius bis zum Oman erreicht werden.

Deutscher Investor gibt frisches Kapital

„Wir sind wieder kreditwürdig“, zeigte sich der aus Deutschland stammende Vorstandschef Martin Gauss erfreut. „Das ist extrem wichtig, denn nur mit positivem Eigenkapital können wir wachsen, können wir unsere Flotte erneuern.“ Von den 132 Mio. Euro frischem Kapital stammt das meiste vom lettischen Staat, den Rest fügt der neue deutsche Investor Ralf-Dieter Montag-Girmes hinzu. Zunächst hatte Air Baltic den russischen Suchoi Superjet kaufen wollen. Das führte zum Rücktritt des lettischen Verkehrsministers.

Scharf schoss Gauss gegen Estland: Mit Nordica hat der Nachbarstaat soeben eine neue Fluggesellschaft als Nachfolgerin der insolventen Estonian gegründet, die in direkter Konkurrenz zu Air Baltic fliegt. „Das Baltikum ist nicht groß genug für zwei Airlines“, sagte er. Wirtschaftlich sei die Entscheidung daher nicht nachzuvollziehen, in politischer Hinsicht habe er Verständnis, da sich das Land nicht vom Nachbar Lettland abhängig machen wolle.

Extremes No-Frills-Konzept

Air Baltic verfolgt das No-Frills-Konzept: Die Gesellschaft geht genau wie Ryanair oder Wizz Air mit niedrigen Basispreisen in den Markt, und für jede einzelne Leistung muss der Passagier gesondert bezahlen. „Wir leben von den Zusatzgebühren, nicht vom Ticketpreis“, so Gauss, der im sogenannten Ancillary-Modell die Zukunft der europäischen Luftfahrt sieht. Alternativ gibt es ein deutlich teureres Paketangebot.

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