Air Berlin

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Etihad kämpft weiter um Code Shares

Etihad Airways nimmt die Beschränkung der Vertriebskooperation mit Air Berlin nicht hin. CEO James Hogan will „alle Schritte“ unternehmen.

04.01.2016, 13:38 Uhr
Etihad-CEO James Hogan bekennt sich weiterhin zum Engagement bei Air Berlin.
Foto: Etihad Airways

Das juristische Ringen um nun 29 Code-Share-Strecken von Air Berlin und Etihad Airways geht weiter. Etihad legt Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg ein, nachdem das Verwaltungsgericht Braunschweig den verordneten Verkaufsstop zum 15. Januar 2016 bestätigt hatte.

Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) in Braunschweig hatte 31 von 83 Code-Share-Routen der beiden Airlines untersagt, weil sie nicht vom Luftverkehrsvertrag zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nicht gedeckt sind. Allerdings hatte das LBA die jetzt monierten Strecken zuvor mehrmals genehmigt, weshalb Etihad Investitionssicherheit einfordert.

Etihad vertreibt Flüge, die über Berlin zu europäischen Zielen und Flüge nach Stuttgart mit eigener Flugnummer. Wobei die Flüge von Air Berlin durchgeführt werden. Für Berlin und Stuttgart gibt es aber keine Streckenrechte. Air Berlin profitiert von dieser Vertriebsunterstützung. „Gemeinsam mit Air Berlin werden wir sicherstellen, dass keine Reisenden infolge des Konflikts betroffen sein werden. Alle Buchungen werden durchgeführt“, so Etihad-Chef James Hogan in einer Mitteilung zur Beschwerde in Lüneburg.

Kritik am Bundesverkehrsministerium

„Wir werden alle Schritte einleiten, um unsere Investition, unsere Partnerschaft mit Air Berlin und das wettbewerbsfähige Angebot der deutschen Luftfahrt zu schützen“, erklärte Hogan und zeigte sich verwundert über die „mangelnde Unterstützung“, die Air Berlin durch das Bundesverkehrsministerium erhält. Das Verkehrsministerium hatte das LBA als Aufsichtsbehörde angewiesen, 31 Code-Share-Strecken zu verbieten.

Etihad hält knapp 30 Prozent der Air-Berlin-Aktien. „Jetzt, nachdem wir vier Jahre lang in Deutschland investiert, die Arbeitsplätze bei Air Berlin unterstützt und eigene, neue Stellen in Deutschland geschaffen haben, erfahren wir, dass sich die Regeln geändert haben“, beschwert sich Hogan. „In anderen Märkten wie Australien, Indien, Italien, Serbien oder auf den Seychellen, wurden unsere Investitionen begrüßt und unterstützt. In Deutschland wird unser Engagement jedoch weiterhin durch die Lobby-Anstrengungen und den Protektionismus der Lufthansa, der nationalen Airline, untergraben.“

Um seiner Forderung weiteren Nachdruck zu verleihen, sagte der Etihad-CEO, die deutsche Regierung setze den Ruf Deutschlands als sicheres Land für Investitionen aufs Spiel. „Machen Sie keinen Fehler. Protektionismus wird der Investitionslandschaft in Deutschland zweifellos schaden.“ Die Etihad-Erfahrungen würden eine Warnung für andere Investoren sein. (GJ)

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