Air Berlin

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Nach zehn Jahren droht Abflug von der Börse

Ein Jahrzehnt ist Deutschlands zweitgrößte Airline mittlerweile an der Börse. Der Airline ist es während der Zeit nicht gelungen, nachhaltig schwarze Zahlen zu erreichen – mit verheerenden Auswirkungen auf den Kursverlauf.

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04.03.2016, 14:28 Uhr
Der Verlauf des Air-Berlin-Aktienkurses: kein schöner Anblick.
Foto: Air Berlin

Beim Start rumpelte es, dann stieg die Aktie von Air Berlin rasant auf. Es war ein hoffnungsvolles erstes Jahr auf dem Kapitalmarkt. Die neun Jahre, die folgten, waren dann aber umso bedrückender für die Anteilseigner der zweitgrößten Fluggesellschaft. Immer weiter abwärts ging es mit dem Aktienkurs. „Es ist ein Desaster“, sagt Michael Kunert, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger, über die Entwicklung der Airline.

Ein Blick zurück: Es war der 8. März 2006, an dem der damalige Firmenchef von Air Berlin, Joachim Hunold den Börsengang verkündete. „Wenn wir im harten europäischen Wettbewerb weiter wachsen wollen, müssen wir uns auf der Kapitalseite entsprechend aufstellen», sagte er damals auf der ITB in Berlin.

Air Berlin war bis zu diesem Zeitpunkt vor allem mit seinen Pendelflügen aus Deutschland nach Mallorca groß und bekannt geworden. Schnelles Wachstum war Hunolds Strategie, die sich in der Art und Weise, wie er sie verwirklichte, bald als problematisch herausstellte.

So übernahm Air Berlin 2007 den defizitären Ferienflieger LTU, um in das Geschäft auf der Langstrecke einzusteigen. Aber der Kauf war recht teuer, LTU blieb ein Verlustbringer und die Integration dauerte länger als gedacht. Die Piloten der LTU galten zudem lange als die bestbezahltesten in Deutschland, was die Kasse von Air Berlin lange und nachhaltig belastet hat.

Air Berlin wuchs aber immer weiter. Im Jahr 2011, als Hunold schließlich aufgab, waren es schon 35,3 Mio. Fluggäste, doppelt so viele wie 2005. Der Umsatz hatte 4,2 Mrd. Euro erreicht, unterm Stich stand aber ein gewaltiges Minus von 272 Mio. Euro.

Viele Managment-Wechsel

Der Vorwurf, der das Management die ganze Zeit begleitete: Air Berlin lege sich nicht auf ein klares Geschäftsmodell fest. Europa-Kurzstrecke, Touristikgeschäft und Langstrecke - das passe von der Logistik und Kostenstruktur auf Dauer nicht zusammen. Nein, es sei gerade ein Vorteil, mehrere Standbeine zu haben, erwiderte der Konzern beharrlich. Und doch wurden Jahr für Jahr Verluste eingefahren, auch von Hunolds Nachfolger Hartmut Mehdorn, der kräftig auf die Kostenbremse trat, und dessen Nachfolger Wolfgang Prock-Schauer.

 
 
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