Air Berlin

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Neues Preiskonzept für mehr Umsatz

Air Berlin präsentiert eine ernüchternde Neun-Monats-Bilanz. CEO Wolfgang Prock-Schauer (Foto) erläutert die Restrukturierung und ein neues Preiskonzept.

von Rita Münck, 13.11.2014, 13:32 Uhr
CEO Wolfgang Prock-Schauer (Foto) hat gemeinsam mit Finanzchef Ulf Hüttmeyer die Neunmonatszahlen vorgestellt. Die beiden wirkten nicht zufrieden – aber zuversichtlich.
Foto: Air Berlin

Obwohl die Airline im Europa-Geschäft bereits seit längerem mit differenzierten Preisen – die Tarife heißen aktuell Fly Deal, Fly Classic und Fly Flex – unterwegs ist, hat Noch-CEO Wolfgang Prock-Schauer ein neues Preiskonzept angekündigt. Im Rahmen der bereits laufenden Neustrukturierung der Airline will er das Basisprodukt in Europa zum Sommer 2015 neu ausrichten und Zusatzprodukte anbieten. Vermutlich will auch Air Berlin künftig mit einem Nur-Flug-Preis bei den Preisvergleichsportalen und damit bei den Kunden punkten.

Basisprodukt auf der ITB

Damit würde sich Air Berlin den heutigen Konzepten der sich ebenfalls wandelnden Billigfliegern anpassen beziehungsweise das eigene Konzept weiterentwickeln. Kunden dürften sich auf eine Verbreiterung des Produkts einstellen, hieß es. „Das wird für Air Berlin geringere Kosten und zusätzliche Erlöse zur Folge haben“, fasste Prock-Schauer im Rahmen einer Telefonkonferenz seine Hoffnungen zusammen. Auf der Langstrecke verspricht Air Berlin ein „Spitzenprodukt“ und auch künftig Full Service.

Konkreter will Air Berlin erst anlässlich der ITB 2015 werden. Auf der traditionellen Pressekonferenz am Tag vor der Tourismusmesse werde dann bereits der neue CEO, Stefan Pichler, die Ideen präsentieren, so ein Sprecher von Air Berlin im Anschluss an die Telefonkonferenz. Pichler ist in der vergangenen Woche zum Nachfolger von Prock-Schauer ernannt worden und wird den bisherigen CEO am 1. Februar 2015 ablösen.

Positive Effekte von 200 Mill. Euro für 2015 erwartet

Die Neustrukturierung sei mit seinem Nachfolger durchgesprochen und vom Air-Berlin-Board abgesegnet worden, versicherte Prock-Schauer in seiner gewohnt emotionslosen Art. Bei Air Berlin geht man aber intern davon aus, dass Pichler seine eigenen Akzente setzen wird. Aktuell will Air Berlin mit diesem Modell aus der Krise:

  • Das Streckennetz wird gestrafft, die Kapazität um fünf Prozent vermindert. Die Maßnahmen sind bereits im aktuellen Flugplan sichtbar; unter anderem werden Verbindungen nach Russland nicht mehr bedient.
  • Eine Intensivierung der Partnerschaften mit den Oneworld-Airlines, Etihad und Alitalia.
  • Die Rolle von Air Berlin an den Hauptstandorten Berlin-Tegel, Düsseldorf und Palma de Mallorca soll gestärkt werden. Gut 100 Piloten werden aus diesem Grund von anderen Standorten abgezogen und künftig in Berlin oder Düsseldorf stationiert sein.
  • In der Touristik will Air Berlin als unabhängiger Anbieter führend bleiben und die Ergebnisse nachhaltig verbessern. Dazu sollen die Partnerschaften mit Veranstaltern „fair und langfristig“ gestaltet werden. Parallel will die Airline Endkunden aber auch verstärkt direkt ansprechen, um eigene Reisepakete bei Air Berlin schnüren zu können. Prock-Schauer kündigte in diesem Zusammenhang verstärkte Kooperationen mit neuen Vertriebskanälen an.
  • Zudem steht eine bereits eingeleitete Harmonisierung der Flotte auf Airbus-Jets an, die 2016 abgeschlossen sein soll.

Finanzchef Ulf Hüttmeyer erwartet, dass das bereits angelaufene Programm einen positiven Effekt von 400 Mill. Euro haben wird, der sich 2016 voll zeigen soll. Für 2015 erwartet er bereits einen Effekt von 200 Mill. Euro. Dabei sollen Umsatzsteigerungen einen Beitrag von 40 Prozent leisten, weitere Kostenreduzierungen sollen das Ergebnis zu 40 Prozent positiv beeinflussen. Den Rest sollen Effizienzsteigerungen im Streckennetz bringen.

Pichler bleibt Aufsichtsrat bei Fiji Airways

Zu einer Prognose für das Gesamtjahr 2015 wollte sich der CFO am Donnerstag trotz mehrfacher Nachfragen nicht hinreißen lassen. Auch bei einer Prognose für 2014 tat er sich schwer. Nach Abschluss des dritten Quartals lag der Vorsteuerverlust für die ersten neun Monate des Jahres bei 115 Mill. Euro. Und jetzt folgt auch noch das traditionell schwächste Quartal der Fluggesellschaften. „Liquidität für den Winter ist genug vorhanden“, versicherte Hüttmeyer. Aufgrund der Restrukturierung stünden aber im vierten Quartal Belastungen in zweistelliger Millionenhöhe an. Hochrechnungen von Journalisten, dass Air Berlin das Jahr mit einem Vorsteuerminus von 300 bis 350 Mill. Euro abschließen werde, kommentiert Hüttmeyer nur mit: „So könnte es kommen.“

Es wird die Aufgabe von Stefan Pichler sein, dieses Minus bis Ende 2016 in ein Plus zu verwandeln. Eine große Herausforderung. Noch bis Ende Januar wird der neue CEO bei Fiji Airways im Einsatz sein und unter anderem dabei helfen, einen Nachfolger zu finden. Zudem wird er bis auf weiteres im Board der Südpazifik-Airline bleiben.

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