Air Berlin

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Unruhe im Crew-Management

Air Berlin will das Crew-Management für die Kabine in Berlin zentralisieren, was am Standort Düsseldorf auf Widerstand trifft. Mit der Beziehung zwischen Air Berlin und Lufthansa hat das nichts zu tun, sondern mit dem LTU-Erbe.

von Georg Jegminat, 20.04.2017, 13:23 Uhr
Die Einsätze der Cockpit-Crews in Düsseldorf sollen in Zukunft aus dem Operations Center von Air Berlin in Berlin gemanagt werden.
Foto: Gregor Schlaeger

Der geplante Umzug von 40 Mitarbeitern, die den Einsatz der Kabinenmitarbeiter am Standort Düsseldorf managen, nach Berlin sorgt für Unruhe. Air Berlin teilt der fvw auf Anfrage mit, dass es anders als von der Bild-Zeitung dargestellt, weder um die Beziehung mit Lufthansa gehe, noch dass ein Geheimtreffen stattgefunden habe. „Wir weisen die Darstellung der Bild-Zeitung zurück. Es gibt weder einen Geheimplan noch ein Geheimtreffen. Der Bild-Artikel ist vollkommen aus der Luft gegriffen“, weist Air Berlin den Bericht deutlich zurück.

Im Februar hatte der neue CEO Thomas Winkelmann entschieden, das Betriebsmanagement für die Kabinenmitarbeiter in das zentrale Operations Center in Berlin zu integrieren. Die entsprechenden Mitarbeiter für die Cockpit-Planung waren bereits 2012 nach Berlin gezogen. Düsseldorf war der Standort der LTU, die Air Berlin übernommen hat.

Überraschend ist, dass die Flugbegleitergewerkschaft UFO auf Gespräche zu den Umzugsplänen gedrungen hatte. Denn die Mitarbeiter werden von der Gewerkschaft Verdi vertreten. Zwischen den beiden Organisation besteht ein Konkurrenzverhältnis. Der UFO-Vorsitzende Nickoley Baublies erklärt, dass Air Berlin und Verdi die UFO „heraushalten wollen“ und unter sich bleiben zu wollen.

Probleme in der Personalabteilung

Zudem betont er, dass es bei Air Berlin eine große Unzufriedenheit gebe und große Unsicherheit, wie es mit dem Betrieb weitergeht. Die betroffenen Mitarbeiter aus Düsseldorf hatten an die Geschäftsleitung in Berlin einen Brief geschrieben und sich beschwert. Die Personalabteilung sei nicht erreichbar, die Bezahlung erfolge verspätet. Diese ernst zu nehmenden Beschwerden dürften ihren Hintergrund in der Dreiteilung von Air Berlin haben, die auch personaltechnisch abgearbeitet werden muss. Air Berlin trennt sich von touristischen Verkehren und verlagert sie zur Niki. Da aber die Verselbständigung von Niki nicht vollzogen und das Joint Venture mit TUIfly noch nicht genehmigt ist, muss die Air-Berlin-Personalabteilung ungeplant Mehrarbeit leisten.

Dass Air Berlin auf den Gesprächswunsch von UFO eingeht, begründet die Airline mit dem Tarifvertragsgesetz, nachdem auch Gewerkschaften gehört werden müssten, die nicht im Betrieb vertreten seien. Die Themen für solche Gespräche seien auf tarifliche Fragen beschränkt. Deshalb stünde beispielsweise das Wetlease über 38 Flugzeuge mit Crews an die Lufthansa-Gruppe nicht auf der Tagesordnung.

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