Airline-Insolvenz

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Air-Berlin-Tickets für den Winter verfallen

Bei Air Berlin gehen allmählich die Lichter aus. In knapp drei Wochen wird letztmals eine Maschine mit AB-Flugnummer unterwegs sein. Wer Tickets für die Zeit danach besitzt, schaut meist in die Röhre.

09.10.2017, 17:40 Uhr
Air Berlin wird nur noch bis zum Ende des aktuellen Sommerflugplans eigene Linienflüge unter eigener Flugnummer durchführen.
Foto: Air Berlin

Air Berlin stellt den Linienflugbetrieb unter eigenen Flugnummern zum 28. Oktober ein. Der insolventen Gesellschaft sei ein eigenwirtschaftlicher Verkehr unter dem Airline-Code AB nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich“, heißt es in einem Brief der Firmenleitung an die Mitarbeiter. Wie ein Unternehmenssprecher erläuterte, verlieren Tickets für spätere Flüge ihre Gültigkeit. Sie sind bei den Air-Berlin-Nachfolgern nicht gültig. „Diese Tickets verfallen“, erklärte der Sprecher.

Sollten sie nach dem 15. August gekauft worden sein, können die Kunden auf eine Rückzahlung vom eigens für diese Fälle angelegten Treuhand-Konto rechnen. Tickets der Niki bleiben hingegen gültig. Die LG Walter soll ihr Mietgeschäft weiter betreiben, hat aber keine eigenen Tickets verkauft.

„Betroffene Passagiere, die ihr Ticket nach dem 15. August gebucht haben, bekommen den vollen Kaufpreis automatisch erstattet. An diesem Tag hat die Airline offiziell Antrag auf Insolvenz gestellt. Wer sein Ticket jedoch vor dem 15. August gebucht hat, geht leer aus“, so Adrian Kreller, Experte für Fluggastrechte und deutscher Country Manager des Fluggastrechte-Portals Airhelp. „Eine Option, den Kaufpreis zurückzuerhalten, besteht für Passagiere, die zwar bei Air Berlin direkt gebucht haben, aber als Zahlungsmittel die Kreditkarte genutzt haben. Denn dann besteht die Möglichkeit, belastete Beträge im Konkursfall wieder gutzuschreiben. Dazu muss der jeweiligen Kreditkartenfirma ein Dokument zugeschickt werden, das die erfolglose Geldforderung bei der Fluggesellschaft bescheinigt.“

Der Flugverkehr der nicht insolventen Töchter Niki und LG Walter werde weitergeführt, schrieben Vorstandschef Thomas Winkelmann und der Generalbevollmächtigte im Insolvenz-Verfahren, Frank Kebekus. Das gilt nach Air-Berlin-Angaben auch für die 38 Maschinen, die inzwischen für die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian fliegen.

Ungewiss ist, ob und welche AB-Flüge nach dem 28. Oktober von den neuen Eigentümern übernommen werden. Eine Entscheidung kann es erst nach dem Abschluss der Verkaufsverhandlungen geben. Die bisher zweitgrößte deutsche Airline hatte im August Insolvenz angemeldet. Vorerst geht der Flugbetrieb weiter, weil der Bund mit einem Kredit einsprang. (dpa/ASC)

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