Airline-Training

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Wie sich die Crew vorbereitet

Echte Gefahrensituationen sind zwar äußerst selten, trotzdem müssen Flugbegleiter jeden Handgriff beherrschen. Einmal im Jahr ist auch für die Condor-Crew ein Sicherheitstraining Pflicht. BizTravel war dabei.

von Martina Dannheimer, 12.10.2016, 09:00 Uhr
Luft Marsch: In wenigen Sekunden ist das Rettungsboot aufgepumpt.
Foto: Norman Kiel/Condor

Einsteigen, anschnallen, das Sicherheitsvideo flimmert über die Bildschirme. Kurz darauf gehen die Triebwerke an, und der Flieger rollt – zumindest fühlt sich das so an. Doch die Passagiere an Bord der Boeing heben heute nicht ab. Denn heute steht bei Condor in Frankfurt ein Sicherheitstraining auf dem Programm.

„Das ist einmal pro Jahr für alle rund 3000 Crew-Mitglieder Pflicht", sagt Frank König, Senior Referent Emergency Training and Technical Support bei Condor Flugdienst. Und nur wer teilnimmt, erhält auch eine Lizenzverlängerung. Ausnahmen gibt es keine. Bei dem zweitägigen Training werden die Flugbegleiter in Theorie und Praxis geschult – der praktische Teil findet größtenteils in der Flugzeug-attrappe, auch Mock-up genannt, statt. Im Trainingszentrum am Firmenstandort Frankfurt stehen dafür Teile einer ausrangierten Boeing B-767 und eines Airbus A-320/1 bereit.

Kurz nachdem die Maschine „gestartet“ ist, wartet die erste Herausforderung. Nach einem lauten Knall brennt ein Triebwerk – der Blick aus dem Flugzeugfenster wirkt dabei täuschend echt. Hinzu kommen Panikschreie, um die Stresssituation für die Flugbegleiter zu erhöhen. Die müssen, obwohl es nur eine Übung ist, jetzt vollen Einsatz zeigen. Trainiert wird alles, was für die Sicherheit an Bord wichtig ist. Auch klare Anweisungen an die Passagiere gehören dazu. Erfordert es die Situation, müsse der Flugbegleiter in der Lage sein, sogar mal laut zu werden, sagt König.

Rutschen für den Ernstfall

Auch der Umgang mit der Flugzeugtür will gelernt sein. „Die lässt sich nicht einfach mal schnell aufmachen“, so König. Das diene der Sicherheit. Doch mit ein paar gekonnten Handgriffen können selbst zierliche Flugbegleiter die Tür recht mühelos öffnen. Dass dieses Prozedere fleißig geübt wird, verraten Kosmetikspuren an der Attrappe.

Als Nächstes sieht die Agenda den wohl beliebtesten Part vor: das Rutschen. Was nach Spaß aussieht – und das macht es beim Training definitiv, – kann im Ernstfall Leben retten. Bei einer Notwasserung etwa bleibt das Flugzeug, das meist mit dem Heck als Erstes untergeht, 15 bis maximal 30 Minuten an der Wasseroberfläche. Weil dann jede Sekunde zählt, muss auch hier jeder Handgriff sitzen. In vier bis fünf Sekunden ist die Rutsche dank eines Automatismus aufgeblasen. Dann geht es mit Anlauf nach unten. Ungeübte kostet das doch erst mal etwas Überwindung.

Manager als Flugbegleiter

Einige Rettungsrutschen lassen sich übrigens zu Rettungsbooten umfunktionieren. Das Mitführen von Booten ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn der Flug mehr als 740 Kilometer über Wasser führt oder die Entfernung zum Festland mehr als zwei Stunden beträgt.

Apropos Sicherheit: Am Firmenstandort in Frankfurt ist ebenfalls die Technik der Condor angesiedelt. Alle ein bis zwei Monate durchläuft hier die komplette Boeing-Flotte des Ferienfliegers den A-Check. Will heißen, die technischen Systeme der Jets werden geprüft, die Kabinen werden gewartet. Die umfangreicheren B- und C-Checks führen die Technikkollegen in Manchester oder in anderen zertifizierten Betrieben durch.

„Die Sicherheit ist unsere DNA“, sagt Uwe Balser, Geschäftsführer Operations und Accountable bei Condor. Er, der im Management der Ferienfluggesellschaft die Fäden in der Hand hält, schlüpft dabei hin und wieder selbst in die Flugbegleiter-Uniform, um den Praxisalltag an Bord mitzuerleben.

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