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Augen auf bei Billig-Tarifen

Billigflieger wie Ryanair haben es vorgemacht, nun folgen die klassischen Liniendienste: Für Reisende ohne Koffer bieten sie spezielle günstige Tarife an. Doch was steckt wirklich hinter Bezeichnungen wie „Just Fly“ oder „Economy Light“?

von Oliver Graue, 26.06.2015, 09:00 Uhr
Nur Handgepäck auf Geschäftsreise: kann sparen, muss aber nicht.
Foto: Thinkstock

Georg Werner ist sauer. „Frech & sexy: Der Preiswerte für den spontanen Kurztrip mit leichtem Gepäck“– so wirbt Air Berlin für ihren neuen Tarif „Just Fly“, der bei 44 Euro für den einfachen Flug beginnt. Werner findet „Just Fly“ allerdings nicht sexy, sondern nur frech. Gutgläubig war er mit seinem leichten Handgepäck direkt ans Gate gegangen – und wurde von dort zurück an den Check-in-Schalter geschickt. Um ein Haar hätte er seinen Flug verpasst. Was der Geschäftsreisende und BizTravel-Leser nicht wusste: Bis spätestens 60 Minuten vor Abflug hätte er in seinem Fall am Check-in sein Handgepäck überprüfen lassen müssen, um dort ein Etikett für die Tasche zu bekommen. „Fluggästen ohne dieses Label kann das Boarding verwehrt werden“, steht im Kleingedruckten zu „JustFly“.

Fliegen ist günstig — und es wird, zumindest gefühlt, noch günstiger. Das ist den Aldifliegern wie Ryanair oder Wizz zu verdanken, die seit einigen Jahren den Luftfahrtmarkt aufmischen und den etablierten Anbietern kräftige Verluste bescheren. Dabei werben die Billigflieger mit puren Basispreisen: Abgesehen vom reinen Flug muss alles extra bezahlt werden, vom Sitzplatz über das Gepäck bis hin zur Mahlzeit. Im Ranking der Online-Preisvergleichssysteme liegen sie daher vor jenen Gesellschaften, die Inklusiv-Tarife anbieten – das aber wollen sich diese nicht mehr bieten lassen. Sie schlagen mit denselben Mitteln zurück.

Strenge Konditionen bei Billig-Tarifen

Immer mehr Airlines bringen daher Niedrigtarife auf den Markt. Die Bedingungen allerdings sind strikt. Dass die Billigtickets weder erstattbar noch stornierbar sind, versteht sich noch von selbst. Für „Just Fly“ von Air Berlin gilt zusätzlich, dass Koffer für 30 Euro (online 15 Euro) hinzugebucht werden müssen. Die Anmeldung am Check-in-Schalter muss je nach Airport 30 bis 60 Minuten vor Abflug erfolgen, das Handgepäck darf höchstens acht Kilo schwer sein und Sitzplätze werden zugewiesen. Wer mit seinem Kunden und Kollegen zusammensitzen will, liegt mit „Just Fly“ falsch.

Konkurrent Lufthansa führt ihren „Economy- Light“-Tarif zum 1. Oktober ein, will die genauen Bedingungen aber erst Ende Juli bekanntgeben. Klar dürfte sein: Auch hier ist nur das Handgepäck enthalten, und wer einen Koffer aufgibt, wird kräftig zuzahlen müssen. Um die 50 Euro könnten es sein, wenn man erst am Gate sein zu schweres Handgepäck eincheckt. Auch für die Sitzplatzreservierung und für bevorzugte Sitze zahlt man zusätzlich. Die Tochter Swiss hat den neuen Tarif bereits eingeführt.

Koffer online dazubuchen

Auch Finnair bietet seit Kurzem einen Light-Tarif. Wer den Status Gold oder Silber im Bonusprogramm erreicht hat, darf sogar weiterhin Gepäck aufgeben. Allerdings sind auch hier zwei Nächte Mindestaufenthalt Pflicht. Viele andere Fluggesellschaften bieten ähnliche Modelle – von Germanwings (Basic) über Air France (Mini-Preis) bis British Airways (Handgepäck-Tarif). Wer zusätzlich einen Koffer aufgeben will, zahlt bei den „Etablierten“ in der Regel weniger als bei Ryanair, wo für ein 20-Kilo-Gepäckstück schon bei der Internet-Buchung mindestens 35 Euro für den einfachen Flug fällig werden. In jedem Fall sollte man den Koffer bereits online dazubuchen – am Schalter wird’s meist doppelt so teuer. Auch lohnt es sich, die Handgepäckgewichte zu vergleichen, die in der Regel bei der Flugsuche angegeben werden.

Fest steht: Wer zum Billigtarif bucht, sollte sich sehr genau über die Konditionen informieren, damit es am Ende nicht doch teurer wird und damit man nicht eine solche Überraschung erlebt wie Georg Werner.

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