Das sind die Ergebnisse der neuen International Travel Management Study von Airplus.
Am häufigsten kommen professionelle Management-Informationssysteme (MIS) noch in Österreich zum Einsatz. Hier nutzen immerhin 53 Prozent der Reiseverantwortlichen ein Analyse-Tool. In Deutschland liegt diese Quote bei 42 Prozent und damit noch über dem internationalen Durchschnitt. Der beträgt laut Airplus-Studie gerade einmal 35 Prozent. "Das Potenzial solcher Instrumente wird leider nicht genutzt", bedauert Airplus-Geschäftsführer Patrick Diemer angesichts dieser Zahlen.
Bereits zum vierten Mal hat der Kreditkarten- und Abrechnungsdienstleister seine International Travel Management Study erhoben. Diesmal wurden 1500 Interviews mit Travel-Managern und Reiseverantwortlichen in 15 Ländern geführt.
Die Studie zeigt, dass hauptberufliche Travel Manager nach wie vor die Ausnahme sind, selbst in Unternehmen mit einem hohen Reiseaufkommen. So beschäftigen sich gerade mal neun Prozent der Befragten ausschließlich mit Geschäftsreisen. 58 Prozent der Studienteilnehmer investieren dagegen maximal ein Viertel ihrer Arbeitszeit in das Travel Management.
Diese nach wie vor geringe Professionalisierung sowie die geringe Zeit, die den Reiseverantwortlichen häufig zur Verfügung steht, mag die schwache Nutzung von Analyse-Tools im Travel Management erklären.
Für das kommende Jahr rechnet die Mehrheit der Travel Manager laut Airplus länderübergreifend mit weiter steigenden Kosten, vor allem bei Flügen und Hotelübernachtungen. Bei Mietwagen, der Bahn und im Mice-Sektor erwartet dagegen nur eine Minderheit Preissteigerungen.
Da überrascht es nicht, dass die Senkung der Reisekosten die wichtigste Aufgabe für die Travel Manager bleibt. Erst danach folgen mit deutlichem Abstand eine optimale Betreuung der Reisenden und eine Verbesserung der internen Prozesse. Für Patrick Diemer ist die Reihenfolge keine Überraschung: "Es ist einfacher, Rabatte zu verhandeln als interne Abläufe zu ändern."
Um die Kostenentwicklung in Grenzen zu halten oder gar umzukehren, setzen die Unternehmen im Travel Management verstärkt auf Einkaufs- und Controlling-Praktiken. Beides gewinnt im Reisebereich zunehmend an Bedeutung, so die Studie.
Das gilt nur bedingt für den Umweltschutz. Gut die Hälfte der Studienteilnehmer geht davon aus, dass der Klimaschutz im Travel Management in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen wird. Die regionalen Unterschiede sind hier besonders groß. So gehen 85 Prozent der Travel Manager in Brasilien und 73 Prozent der Verantwortlichen in Mexiko davon aus, dass Klimaaspekte bei Reiseentscheidungen wichtiger werden. Deutschland und Österreich liegen hier mit Werten von 26 beziehungsweise 21 Prozent am unteren Ende der Skala. Die Umweltdebatte der vergangenen eineinhalb Jahre in der Geschäftsreisebranche scheint sich hier zu Lande als heiße Luft zu entpuppen.