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Handgepäck

26.04.2012, 15:37 Uhr

Airports halten an Flüssigkeitsregel fest

von Rita Münck

Ein Jahr noch: Vom 29. April 2013 an soll EU-weit eine neue Regel für Flüssigkeiten an Bord greifen. Warum Ralph Beisel vom Flughafen-Verband ADV strikt dagegen ist.

Ralph Beisel vom ADV spricht sich gegen eine Änderung der EU-Flüssigkeitsregel aus.
Foto: ADV

Prinzipiell dürfte die Idee von den Passagieren begrüßt werden: Von Ende April 2013 an will die EU die Beschränkungen von Flüssigkeiten und Cremes im Handgepäck, die seit 2006 greift, aufheben. Doch Ralph Beisel vom Flughafen-Verband ADV hält nichts von dieser Idee und fordert ein Aussetzen des aktuellen EU-Zeitplans zum Thema. Seine Begründung: „Es drohen europaweit chaotische Verhältnisse an den Passagierkontrollen“, ist er überzeugt.

Die Flughäfen halten den Zeitplan der EU für unrealistisch. „Es gibt zu viele Baustellen und zu viele ungelöste Probleme“, wetterte der ADV-Hauptgeschäftsführer am Donnerstag in Berlin während einer Pressekonferenz. Das Problem: Vom 29. April 2013 an, so die Idee, dürften Fluggäste wieder so viele Flüssigkeiten mit an Bord nehmen, wie sie wollen. Die Säfte und Cremes müssen aber zuvor auf ihre Unbedenklichkeit kontrolliert werden. Die Technik dafür, das haben laut ADV erste Tests ergeben, ist nach wie vor nicht ausgereift und vor allem nicht zuverlässig genug. Somit kommt Beisel, ein Jahr vor Einführung der neuen Regel, zu dem Schluss: „Eine praxistaugliche Sicherheitstechnologie wird nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen.“ Das sei nicht nur seine Meinung, sondern die übereinstimmende Einschätzung der europäischen Flughäfen.

Sicherheitskontrollen dauern länger

Die Airport-Verbände berufen sich auf die Erfahrungen an insgesamt 14 EU-Flughäfen, die entsprechende Tests mit den heute erhältlichen Detektionsgeräten durchgeführt haben. Im Mai/Juni will die EU-Kommission die Ergebnisse dieser Tests vorlegen. Was vorab durchsickerte, ist ernüchternd: Pro Sicherheitskontrollstelle würden pro Stunde 30 bis 50 Prozent weniger Passagiere abgefertigt werden als heute. Bestimmte Flüssigkeiten würden die Geräte nicht erkennen. Zudem sei die Fehlalarmquote zu hoch.

„Hinzu kommen die hohen Kosten“, beklagt Beisel, der mit 60.000 Euro bis 220.000 Euro pro Gerät rechnet, und sich daher mit Nachdruck für den Erhalt der aktuellen Flüssigkeitsregel einsetzt. Die erlaubt Passagieren, maximal zehn Behälter mit je höchstens 100 Milliliter Inhalt in einem wiederverschließbaren durchsichtigen Plastikbeutel mitzuführen. Der Beutel muss aus der Tasche genommen und separat durch die Handgepäck-Kontrolle laufen.

Anders als geplant

Lässt man die Historie, die mit der Beutel-Lösung verbunden ist, Revue passieren, fällt auf, dass sich die Technik in dieser Angelegenheit offenbar kaum vom Fleck bewegt hat. Bereits vor einem Jahr sollte ein Teil der Flugpassagiere, nämlich die Umsteiger, von der aktuellen Flüssigkeitsregel befreit werden. Quasi in letzter Minute setzte die EU-Kommission die entsprechende Verordnung aus. Die Argumente damals lauteten ganz ähnlich. Folglich könnte es auch dieses Mal wieder anders kommen als geplant.

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