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Zum Nordpol, bitte!

Nordpol und zurück in zwölf Stunden: Jährlich bietet Air Berlin diese Strecke für 260 Passagiere. Garantiert sind spektakuläre Ausblicke. Eine Route, die sich besonders für Incentives eignet.

von Oliver Graue, 10.08.2015, 09:00 Uhr
260 Passagiere sind mit an Bord.
Foto: Air Events/Thomas Bujack

Wer Pinguine gesehen haben will, hat ein wenig zu viel Phantasie. Und selbst für Eisbären – die im Gegensatz zu den tierischen Frackträgern tatsächlich in der Arktis leben – flog der Airbus etwas zu hoch. An einem allerdings mangelte es den 260 Passagieren an Bord des Air-Berlin-Flugs AB 1111 nicht: an spektakulären Ausblicken auf eine Welt, die den meisten Menschen zeitlebens verborgen bleibt. Auf Spitzbergen, auf das arktische Packeis und auf Grönland: auf ein faszinierendes Reich aus Schnee, Eis und Felsen, auf Pyramiden und Kathedralen, welche die Natur selbst geschaffen und in ein weißes Kleid gepackt hat.

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Zum Nordpol, bitte!

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Das, was der Veranstalter Air Events Jahr für Jahr auf die Beine stellt, gehört zu den ungewöhnlichsten Flugerlebnissen überhaupt. Morgens um 9 Uhr startet der A-330 ab Düsseldorf – zum Nordpol. Eine Landung ist dort oben zwar nicht möglich, jedoch überquert Chefpilot Wilhelm Heinz die weiße Wüste in so geringer Höhe, dass diese mitunter zum Anfassen nah wirkt. Im Sinkflug geht es über viele Kilometer lange Eisschollen und über eine nicht enden wollende Schneelandschaft. Diese zeigt sich manchmal sehr glatt, mit nur wenigen, der Erdrotation geschuldeten Rissen und Bruchstellen. Manchmal aber präsentiert sie sich auch als von Menschenhand unberührte Gebirgslandschaft mit langen Eisflüssen, die sich um die Berge schmiegen. Und manchmal schließlich ist sie ein Gletscher, der in so bizarren Formen wie der eines Elefantenfußes daherkommt.

Flug AB 1111 in Kürze

Flugzeugtyp: Airbus A-330-200
Abflughafen: Düsseldorf
Streckenlänge: 9.700 Kilometer
Abflugzeit: 9.03 Uhr, am Nordpol um 14.30 Uhr, zurück in Düsseldorf um 21.15 Uhr
Flugdauer: 12:12 Stunden
Strecke: Düsseldorf – Oslo – Narvik – Spitzbergen – Nordpol 90 Grad Nord – Grönland (Kap Morris Jesup) – Constable Point – Island (Akureyri) – Färöer – Schottland – Nordsee – Amsterdam – Düsseldorf
Kerosinverbrauch: 91.250 Liter

„Genießen Sie, was Sie sehen“, sagt Manuel Kliese, einer der beiden Air-Events-Chefs, über Bordlautsprecher: „Und erzählen Sie hinterher von dieser extremen Schönheit unseres Planeten. Denn es geht darum, sie zu bewahren.“ Manche Insel, die ins Blickfeld gerät, ist noch namenlos – nie wurde sie bislang von Menschen betreten.

Auf den Sitzen hält es längst keinen mehr – außer jenen, die sich einen teuren Fensterplatz geleistet haben. Aber auch sie erlauben es ihren Mitpassagieren gern, Fotos durch ihre Bordfenster zu schießen. Während Spitzbergen und Grönland wolkenlos zu erleben sind, zeigt sich der Pol selbst bedeckt: Trotz niedriger Flughöhe bleibt den Gästen die freie Sicht verwehrt – was sie nicht davon abhält, mit dem kurz zuvor verteilten Champagner anzustoßen. Zumal etwas anderes ihre Blicke von den Fenstern weglockt: Überm ewigen Eis geben sich Katharina und Jan Trappschuh das Jawort, beide beim Flugzeugbauer Airbus tätig und absolute Luft fahrt-Freaks, getraut vom Chefpilot persönlich, der per Lautsprecher die Zeremonie allen Passagieren zugänglich macht. „Aviatische Hochzeit“ nennt Heinz das. In den Ehering ist natürlich die Flugnummer eingraviert: AB 1111.

Hochzeit überm Eis

Überhaut sind die Gäste an Bord des Sonderflugs bunt gemischt, überwiegend jüngeren bis mittleren Alters, verbunden nur durch ihre Liebe zur Luftfahrt und zur Arktis. Manche haben von dem Sonderflug in der Zeitung gelesen und sofort gebucht, andere haben von Freunden, die selbst schon mitwaren, davon erfahren – und wollen als Skandinavien-Urlauber nun „gern mal alles von oben sehen“. Selten ge- worden sind hingegen jene, die während des gesamten Zwölf-Stunden-Fluges keinen Blick aus dem Fenster warfen, sondern sich lieber einen Film im Bord-Entertainment ansehen. „Denen ging es nur darum, vor ihren Freunden mit der Nordpol-Reise zu prahlen“, sagt Manuel Kliese: „Die gibt es aber kaum noch. Heute dominieren die echten Enthusiasten.“ Aus zehn Ländern sind Passagiere dabei. Selbst ein Geschäftsreisender aus Singapur nutzt den letzten Tag seines Deutschland-Aufenthalts für den Polarflug.

Seit 2007 sind Kliese und sein Team bereits achtmal in Richtung Arktis gestartet. Nun will er sein Angebot auch als Incentive-Möglichkeit etablieren: „Ein unvergessliches Reiseerlebnis an nur einem Tag und für ein überschaubares Budget“, so wirbt Air Events. Zumal Weiterbildung groß geschrieben wird: Während des Fluges vermitteln Experten etwa von der Europäischen Raumfahrtzentrale ESA Wissen über das ewige Eis und über Klimaschutz, und über Funk wird Kontakt zu einer Polarstation gesucht. Und natürlich entspricht auch die Verpflegung dem Ziel: Fester Bestandteil des „thematisch passenden Caterings“ sind Lachs und Krabben.

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