Arabische Golf-Carrier

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Harsche Kritik aus den USA

Die Rufe, den US-Luftverkehr vor hoch subventionierten Airlines aus dem arabischen Raum zu schützen, werden lauter. Der Lobby-Verband der US-Carrier deckt immer neue staatliche Unterstützungen auf.

28.08.2015, 11:39 Uhr
Seit Weihnachten 2014 setzt Etihad auch Airbus A-380 ein – insgesamt wurden zehn Stück davon bestellt.
Foto: Airbus

Erneut appelliert das „Partnership for Open and Fair Skies“ an den US-Präsidenten Barack Obama, gegen die „Handelsvergehen“ von Emirates, Qatar Airways und Etihad vorzugehen. Der gemeinsame Lobby-Verband der US-Mega-Carrier American, Delta und United samt diverser Gewerkschaften will erreichen, dass die Flugrechte der expansiven Airlines vom Persischen Golf in die USA limitiert werden. Damit solle verhindert werden, dass Emirates und Co wie schon in Europas Luftverkehr Marktanteile erobern, die sie ohne permanente Staatssubventionen niemals erreicht hätten.

Momentan rückt insbesondere Etihad Airways in den Fokus der US-Kritiker. Wie der Lobby-Verband unterstreicht, sei die Fluggesellschaft aus Abu Dhabi ohne weitere staatliche Stützung nicht lebensfähig, das Geschäftsmodell nicht profitabel. Allein 2014 solle staatliche Unterstützung in Höhe von 2,6 Mrd. US-Dollar geflossen sein. Ein Gewinn in Höhe von 73 Mio. Dollar konnte nur ausgewiesen werden, weil die Frachtsparte in den Büchern um 700 Mio. Dollar aufgewertet wurde. Auch 2013 schon habe Etihad nur durch Bilanzkosmetik – Verkauf des Vielflieger-Programms an sich selbst – einigermaßen erträgliche Ergebniszahlen erreichen können.

Den US-Amerikanern stößt zudem auf, dass der Staat Etihad eine Kreditlinie von 5,2 Mrd. Dollar gewährt. Diese sei zum Ende 2014 nahezu komplett ausgeschöpft gewesen, da allein in dem Kalenderjahr weitere 543 Mio. Euro davon neu abgerufen wurden. Zudem hatte Etihad weitere knapp 1,9 Mrd. Dollar frischer Kredite aufgenommen. Welche unfairen Vorteile der Airline-Konzern aus diesen Krediten schöpfen konnte, wird allerdings nicht exakt beziffert. Das Geld dürfte vorrangig in die Flugzeug-Finanzierung geflossen sein. Allein 2014 wurden 21 neue Jets übernommen, weitere 202 waren bestellt – darunter auch 70 Boeing B-787 (Dreamliner), 62 A-350 sowie neun A-380 von Airbus. (LS)

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