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Wie reist eine Fernsehreporterin?

Privat, sagt Ina Ruck, seien ihr Bahnfahrten am liebsten. „Am besten Fensterplatz in Fahrtrichtung, gern im Abteilwagen“, fügt die Washingtoner ARD-Korrespondentin hinzu.

von Sabine Neumann, 13.06.2016, 09:00 Uhr
Abenteuer Mongolei – so der Name einer ARD-Reisereportage von Ina Ruck. Bis zu zehn Kilogramm wiegt ein ausgewachsener Adler. In der Mongolei wird mit den Vögeln nach Füchsen gejagt. Und nach dem Kleingeld von Touristen.
Foto: WDR/Ilya Kuzniatsou

Denn ein Zug habe einfach die richtige Geschwindigkeit, um sich zwischen zwei Orten zu bewegen: „Man versteht die Entfernung, die man zurückgelegt hat.“ Beruflich allerdings ist die 53-Jährige vor allem mit dem Flieger unterwegs, zu Zielen in ganz Amerika und meistens sehr kurzfristig. In Chattanooga etwa besuchte die gebürtige Westfälin das US-Werk von VW, um zu den Betrügereien bei den Dieselemissionen zu recherchieren. Aus Roseburg (Oregon) musste sie über einen Amokläufer berichten, der in einer Schule neun Menschen tötete. „Für eine solide und seriöse Hintergrundberichterstattung muss man selbst vor Ort sein, mit den Menschen reden, alles mit eigenen Augen sehen“, sagt Ina Ruck. Dabei organisiert sie auch die Mitnahme der technischen Fernsehausrüstung, Kamerastative, Akkus und Ladegeräte – meist mehr als die erlaubten 20 Kilo pro Person. Manche Airlines bieten dafür Sonderkonditionen an. Hilfreich sind aber auch Bonusprogramme. „Da wir fast permanent unterwegs sind, haben wir immer ein oder zwei Team-Mitglieder dabei, die bei der gebuchten Fluggesellschaft als Vielflieger mehr Freigepäck mitnehmen können“, sagt Ina Ruck: „So kann man sparen.“ Den Bezug zu Westfalen hat sie trotz aller Reiserei nicht verloren. Vor allem Dialekte bedeuten ihr Heimat. „Ein Soester klingt anders als eine Münsteranerin oder jemand aus meiner Geburtsstadt Unna. Wenn ich irgendwo auf der Welt jemanden reden höre, der aus dem Westfälischen kommt, geht mir sofort das Herz auf.“

Ina Ruck: Ausgezeichnete Fernsehreporterin

Ina Ruck (53) wurde in Unna geboren, studierte Slawistik, Politikwissenschaften und Publizistik an der Wilhelms-Universität in Münster. Nach Studienabschluss arbeitete sie als Journalistin für das ARD-Morgenmagazin, unter anderem in den Studios in Moskau und Washington. Seit Juli 2015 leitet sie das ARD-Studio in der US-Hauptstadt und übernimmt damit gleichzeitig die Federführung des gemeinsamen WDR/NDR-Studios. Ina Ruck wurde für ihre beruflichen Tätigkeiten mit dem Axel-Springer-Preis, dem Prix Bayeux für Kriegsberichterstattung, dem Liberty Award und 2015 mit dem Grimme-Preis geehrt.

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