Autovermietung

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Carsharing im Travel Management

Raus aus der Öko-Nische, hin zum Geschäftsmodell: Carsharing erlebt in Deutschland einen Boom. Inzwischen haben sich etliche kleine und große Firmen als Nutzer der Leihautos registriert.

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von Oliver Graue, Rita Münck, 24.07.2013, 09:00 Uhr
Einfach: Eine App weist dem Geschäftsreisenden den Weg zum freien Fahrzeug.
Foto: Daimler AG

Wenn sich ein Konzern die Übernahme einer anderen Firma 430 Mill. Euro kosten lässt, dann muss er sich viel von ihr versprechen. Diesen Betrag machte der Autovermieter Avis für den Kauf von Zipcar locker, einem der weltgrößten Anbieter des Carsharing. Das im Jahr 2000 in Boston gegründete Unternehmen bietet seine Leihautos in mehr als 150 Städten an und zählt 700.000 Kunden – „Zipsters“, wie sie im Firmenjargon heißen. „Wir sehen Carsharing als hoch komplementär zum traditionellen Mietwagengeschäft, mit großem Wachstumspotenzial“, kommentiert Avis-Chef Ronald Nelson den Kauf. Sein Ziel: weiter und mit voller Kraft wachsen. In Europa ist Zipcar bislang nur in Spanien, Großbritannien und Österreich aktiv, doch die Marktausdehnung nach Deutschland dürfte nur eine Frage der Zeit sein.

Starkes Wachstum für Carsharing erwatet

Dabei sind die Zahlen hierzulande schon jetzt beeindruckend. Mehr als 450.000 Autofahrer hatten sich Ende 2012 für eines der Carsharing-Angebote registriert: doppelt so viele wie 2011, so der Bundesverband Carsharing. Er erwartet auch für 2013 gewaltiges Wachstum.

So funktioniert Carsharing

Moderne Elektronik ist der Schlüssel zu den Carsharing-Autos. Registrierte Kunden bzw. die Firmenmitarbeiter öffnen die Fahrzeuge mit einer Chip-Karte oder mit einem RFID-Chip, der auf ihren Führerschein aufgeklebt wird.

Den Weg zum Fahrzeug weist eine Smartphone-App. Die Autos können im Stadtgebiet beliebig lange genutzt und fast überall kostenfrei geparkt werden. Abgerechnet wird minutengenau oder per Stundenpauschale.

Vor Fahrtantritt wählen Mitarbeiter auf einem Berührungsbildschirm, ob sie das Auto privat oder dienstlich nutzen.

Denn neben den Privatnutzern entdecken auch immer mehr Firmen die Vorzüge der flexiblen Flotten. Die Erfindung umweltbewegter Aktivisten aus den 80er-Jahren setzen Unternehmen heute als Sparhebel ein. Gezahlt wird schließlich nur, solange die Autos in Bewegung sind. So hat gerade erst Lufthansa ihren Fuhrpark umgestellt und nutzt die Corporate- Carsharing-Lösung von Autovermieter Hertz, Hertz on Demand genannt. 1000 Fahrzeuge hat der Anbieter aus Eschborn mit einer hauseigenen Technik ausgestattet. Sie stehen jetzt für die Mitarbeiter des Unternehmens an den Flughäfen Frankfurt, München und Hamburg bereit. Das Gute daran: Die können die Autos sowohl geschäftlich als auch privat nutzen.

Ähnlich verhält es sich bei Alphabet, die ihr Carsharing-Konzept speziell auf Firmen zuschneiden. Das Pilotprojekt startete die BMW-Tochter bereits 2011 mit dem Chip-Hersteller Infineon – mit großem Erfolg. „Wir sind von den Mitarbeitern, was das Interesse am Carsharing betrifft, förmlich überrannt worden“, berichtet Infineon-Travel-Manager Jörg Gerhardt. Gleich am ersten Tag hätten sich in nur wenigen Stunden mehr als 600 Mitarbeiter registriert.

 
 
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