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Ruck, zuck nach Paris

Neue Schnellstrecke, höhere Frequenzen, niedrigere Preise: Auf Frankreich-Strecken wird bei Geschäftsreisen die Schiene immer attraktiver. Wir stellen die Verbindungen vor.

von Oliver Graue, 14.11.2016, 09:00 Uhr
Schnelle Tour: Hochgeschwindigkeitszug TGV.
Foto: DB AG

Nur Fliegen ist schneller. Das heißt: Eigentlich ist sogar Fliegen langsamer. Jedenfalls dann, wenn man die Gesamtstrecke betrachtet, also von Tür zu Tür. Fakt ist: Der Hochgeschwindigkeitszug TGV erweist sich für deutsche Geschäftsreisende, die nach Frankreich fahren, als eine zunehmend attraktivere Alternative. Grund dafür ist die kürzlich eröffnete Schnellstrecke bei Straßburg: Für die 416 Kilometer lange Fahrt zwischen der elsässischen Stadt und Paris benötigt der TGV jetzt nur noch 1 Stunde und 48 Minuten – und damit eine halbe Stunde weniger als bisher.

Schneller von Tür zu Tür

Wegen des schrecklichen Unfalls bei der Testfahrt im vergangenen November hatte sich die Eröffnung des Verbindungsstücks um einige Monate verschoben. Nun aber schlägt der Zug eindeutig den Flug. Denn den Weg vom Flughafen Charles de Gaulle in die Innenstadt sparen sich TGV-Nutzer ebenso wie langwierige Wartezeiten am Check-in oder vor der Sicherheitskontrolle am Airport.

Von der schnelleren Verbindung profitieren vor allem die Geschäftsreisenden aus Baden-Württemberg: Von und nach Karlsruhe beispielsweise ist die Bahn nur noch zweieinhalb statt der bisherigen drei Stunden unterwegs. Und anstelle von vier Zügen setzen SNCF und DB nun sieben tägliche Direktzüge nach Frankreich ein. Die Stuttgarter können sich über immerhin eine zusätzliche Verbindung und 25 Minuten Zeitersparnis freuen: Fünfmal pro Tag geht es neuerdings in Richtung Paris. Und ab Mannheim sind es sechs statt fünf Frequenzen.

Direkt nach Marseille

Aber auch ab Frankfurt werden neuerdings zwei Züge (TGV und ICE) über die Trasse Karlsruhe–Straßburg geführt. Sie ergänzen die vier Zugpaare der etwas langsameren Saarbrücken-Route, die um eine Verbindung gestutzt wurde. Hinzu kommt ein täglicher TGV, der ab Frankfurt ohne Umsteigen ins südfranzösische Marseille fährt – via Straßburg und Lyon. Von München nach Paris dauert es nun 5:40 Stunden (ein täglicher Zug); wer in Straßburg den Zug wechselt, erhält dank der neuen Schnellstrecke bessere Verbindungen nach Nîmes, Montpellier und Bordeaux.

Und neu sind zudem zwei Schnellzugverbindungen ab Paris: So dauert es von der französischen Hauptstadt nach Bordeaux nur noch zwei statt wie bislang drei Stunden; nach Rennes sind es nun ebenfalls weniger als zwei Stunden. Insgesamt fährt der TGV inzwischen 230 Bahnhöfe an. Ab Essen und Köln (via Aachen/Lüttich) schließlich verbindet der Thalys Deutschland mit Brüssel. Drei Thalys-Züge pro Tag beginnen und enden neuerdings statt in Essen in Dortmund.

Dabei legt die Schiene weiterhin in der Gunst jener zu, die nach Frankreich reisen. Zwar ist die Zahl der Passagiere nach den Terroranschlägen in Paris und Brüssel insgesamt gesunken, doch der prozentuale Anteil der Bahnfahrer steigt: Ab Stuttgart etwa nutzen Schätzungen zufolge zwei Drittel der Paris-Besucher den Zug. Auf der Rheinlandstrecke dürften es noch mehr sein.

Die Anbieter versuchen, mit neuen Services weitere Firmenkunden zu locken. Das Buchungsportal Voyages SNCF etwa zeigt in einem „Preiskalender“ die günstigsten Fahrten an. Frühbucher haben die Möglichkeit, für 35 bis 39 Euro eine einfache Fahrt zu erhalten. Und im TGV selbst können Nutzer der 1. Klasse beim Bordpersonal sogar ihr Taxi bestellen. Der Taxi-Chauffeur holt die Reisenden dann am Bahnsteig in Paris-Est ab.

Wussten Sie, dass ...

... in Frankreich die Fahrkarten vor dem Einstieg entwertet werden müssen? Die Automaten (französisch: „Composteur“) befinden sich am Bahngleisanfang. Das gilt natürlich nicht für selbst ausgedruckte Online-Tickets.

... Sitzplatzreservierungen in Frankreich im Preis der Fahrkarte inbegriffen sind? Wagen- und Sitznummer finden sich auf der Fahrkarte. Andere Plätze vermitteln gegebenenfalls die Zugbegleiter.

... Sie auf Paris-Fahrten Fahrkarten für den Nahverkehr (Metro/RER) ohne Aufschlag schon im Zug kaufen können? (gilt für TGV und Thalys)

... die TGV nur in der 1. Klasse individuelle Steckdosen für Handy und Laptop bieten? Im ICE ist dies in der 1. und 2. Klasse der Fall; im TGV geht man zum Aufladen in den Büro-Bereich.

... Sie als 1.-Klasse-Nutzer Zutritt nicht nur zu den DB-Lounges in Frankfurt, Mannheim, Stuttgart und München haben, sondern auch zum Salon Grand Voyageur SNCF in Paris Est und Straßburg?

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