NH Hoteles hat seine Refinanzierungsprobleme gelöst – zumindest für die nächsten fünf Jahre. Dazu musste sich der spanische Hotelkonzern Geld von 33 Banken leihen.
Nachdem der chinesische Investor HNA bei der spanischen Hotelkette seinen 20-Prozent-Einstieg Ende vergangenen Jahres plötzlich zurückgezogen hatte, musste die Hotelkette schnell auf andere Weise an Geld kommen. Schulden von mehr als 800 Mill. Euro sind noch zu tilgen. „Die Refinanzierung hat jetzt höchste Priorität“, hatte NH-Chef Mariano Pérez Claver noch im März gegenüber der fvw gesagt. Bis April wollte er die finanzielle Lücke schließen. Nun meldet die Hotelkette Vollzug.
Mit 33 Banken hat NH Hoteles ein Refinanzierungskonzept für die nächsten fünf Jahre verabschiedet. Die Banken halten die gesamten Verbindlichkeiten zur Refinanzierung. Die Hotelgruppe muss im Gegenzug zusätzliche Sicherheiten bereitstellen. Nach Verkäufen von Eigentum bleiben der Kette nur noch 83 eigene Häuser.
Binnen der nächsten drei bis fünf Jahre muss NH knapp 730 Mill. Euro scheibchenweise an die Banken zurückzahlen. In den Gesamtschulden enthalten sind ein nicht getilgter Kredit von 455 Mill. Euro aus dem Jahr 2007 sowie weitere Kredite von insgesamt 275 Mill. Euro. Die italienische Niderlassung hat außerdem 75 Mill. Euro Schulden. Ein Refinanzierungsvertrag dazu soll im Juli unterzeichnet werden.
Im Zuge der Weltwirtschaftskrise, die im Heimatmarkt Spanien immer noch nicht ausgestanden ist und in der Euro-Krise mündete, war die spanische Hotelkette, die 174 von 400 Häuser im Heimatmarkt betreibt, in starke finanzielle Schwierigkeiten geraten. Doch seit vergangenen Jahr hat sich NH Hotels ordentlich berappelt. Nach einem Verlust von mehr als 40 Mill. Euro im Jahr 2010 fuhr Claver in seinem ersten Jahr als Chef der Kette einen Gewinn von 6,2 Mill. Euro ein. Der Manager aus der Nahrungsmittelindustrie gilt als Finanzexperte. Die Kennzahlen von NH können sich sehen lassen. Die Umsatzrendite von NH Hoteles steigerte Claver nach einem umfangreichen Kostensparprogramm von 18 auf 35 Prozent. Den Großteil, immerhin um die 80 Prozent, des Umsatzes erzielt das Unternehmen in Zentraleuropa und Lateinamerika. In diesem Jahr sind sieben neue Hotels geplant.