Belgien

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Stau soll Weltkulturerbe werden

Die belgische Bahn SNCB startet eine humorvolle Marketing-Aktion. Genauso humorvoll reagieren allerdings die Kritiker.

27.01.2016, 19:08 Uhr

Belgien ist – freundlich ausgedrückt – nicht gerade als gut organisierter Staat bekannt. Mitunter fällt es auch kaum auf, wenn es mal einige Jahre lang keine Regierung gibt, weil sich die Parteien nicht einigen können. Der Streit zwischen den Nationen, zwischen den Holländisch- und Französisch-Sprechenden, lähmt das Land in vielen Bereichen.

Führend ist Belgien auch in Sachen Stau. Eine Tatsache, welche die belgische Staatsbahn SNCB nun in ihrer neuesten Werbung aufgreift: Sie fordert, dass der Verkehrsstau in Brüssel und Antwerpen von der Uno in den Rang eines Weltkulturerbes gehoben wird. Nirgends sonst in der Welt seien die Autoschlangen so lang wie in Belgien, und nirgends sonst würden die Menschen daher so viel Zeit in ihrem Blechgefährt verbringen.

„Diese gewaltige Verbindung von Gummi und Metall“, heißt es in den SNCB-Spots: „Uno, geben Sie ihr die Chance, die sie verdient!“ Einige Belgier haben diesen Vorschlag nun allerdings weitergesponnen – wohl eher zum Unwillen der Bahn. Denn sie fordern, auch gleich die gigantischen Zugverspätungen, die vielen Bahnstreiks und das „hoffnungslos veraltete Wagenmaterial“ zum Weltkulturerbe zu erklären. „Manche Waggons sind nichts weniger als Museen auf Rädern“, schreiben sie. Und in Sachen Streik kann wohl nicht einmal Deutschland den Belgiern das Wasser reichen. (OG)

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