Benchmarking

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Warum sich Geschäftsreisen manchmal nicht lohnen

Längst nicht für alle Firmen zahlen sich Geschäftsreisen gleichermaßen aus. Dabei gibt es Hebel, um sowohl Wertschöpfung als auch Klimafreundlichkeit im Business Travel zu steigern.

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von Oliver Graue, 01.08.2016, 12:18 Uhr
Foto: Thinkstock

Geschäftsreisen gelten als Investition, die sich auszahlt. Doch nicht immer trifft diese Annahme zu. „Es gibt Unternehmen, die wirtschaftlich in etwa gleich erfolgreich sind und die auch sonst ähnlich aufgestellt sind, was Branche, Größe und Internationalität angeht“, sagt Dietrich Brockhagen, Chef der Klima-Agentur Atmosfair. „Dennoch investiert die eine Firma fünfmal so viel Geld in Geschäftsreisen wie die andere.“ Im Klartext: Ob sich Business Travel tatsächlich als finanzieller Erfolgsfaktor für ein Unternehmen erweist, hängt von vielen Faktoren ab. „Lang gepflegte bequeme Wahrheiten der Branche stimmen einfach nicht“, so Brockhagen. „Weder trägt jeder Euro Einsatz für eine Dienstfahrt ein Mehrfaches zum Umsatz bei, noch reist jedes Unternehmen anders.“

Geschäftsreisen sind vergleichbar – und ob sie der Firma wirklich etwas bringen, hängt von ihrer Zahl, Struktur und Ausgestaltung ab. Das jedenfalls hat eine Studie ergeben, die Atmosfair gemeinsam mit Eco Libro vorgenommen hat. Erstmals vergleicht diese die Bedeutung von Business-Trips und Mitarbeitermobilität für das Kerngeschäft der Firma.

Nachhaltigkeits-Benchmarking

Insgesamt 30 Betriebe haben sich an dem Premieren-Benchmarking beteiligt, 20 von ihnen stammen aus den Branchen Gesundheit, Dienstleistung und Industriegüter. „Für die weitaus meisten Unternehmensbereiche gibt es inzwischen Kennzahlen, etwa für Energie, Ressourceneinsatz oder Arbeitskraft. Geschäftsreisen bilden bislang eine Ausnahme“, sagt Brockhagen. „In diese Dunkelkammer wollen wir Licht bringen.“

Dabei interessiert den Umweltexperten neben Wirtschaftlichkeit und sozialen Aspekten auch der Klimaschutz. Untersucht und verglichen werden daher beispielsweise sowohl die Wertschöpfung und der Kohlendioxid-Ausstoß pro Reise sowie der Reisezeitanteil der Mitarbeiter an der Gesamtarbeitszeit. Zu definierten Faktoren wurden Fragen gestellt, etwa zu den Regelungen in der Reiserichtlinie, die einen Nachhaltigkeitsbezug haben. Wem gehören die dienstlich gesammelten Meilen – den Reisenden oder dem Unternehmen? Ist für Strecken bis 500 km Bahn statt Flug vorgeschrieben? Gilt bei der Hotelwahl, dass Häuser mit kurzen Wegen zum Ziel zu bevorzugen sind?

Das Ergebnis der Studie ist deutlich: Für Unternehmen, die in ihrer Reisepraxis Kriterien der Nachhaltigkeit beachten, rentieren sich die Business Trips deutlich stärker als für solche, die dies nicht tun.

 
 
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