Der Stahlkonzern hat sein Reisemanagement am Standort Salzgitter konzentriert. Ein Implantbüro kümmert sich allein um die Dienstreisen der AG. Ein Hotelprogramm ist im Aufbau. Zudem besitzt der Stahlkonzern ein eigenes Hotel und hat die Firmenkreditkarten gerade neu ausgeschrieben.
Der Erfolg war groß, und er kam rasch. Und eigentlich war er vorherzusehen. Als Roland Bruckmann vor gut zehn Jahren im Einkauf der Salzgitter AG begann, hatte es dort an einem professionellen Reisemanagement gefehlt. „Ich hatte das Thema schon am ersten Tag auf meinem Schreibtisch“, erinnert sich Bruckmann. Der Vorteil, wenn es bei „null“ startet: „Schon durch einfache Schritte wie Firmenraten oder die Einführung von Firmenkreditkarten konnten wir 30 Prozent der Kosten einsparen.“
Damals hatten die Kosten für die Geschäftsreisen des zweitgrößten deutschen Stahlproduzenten (nach Thyssen) noch sechs Millionen Euro betragen. Heute ist die Mobilität für Salzgitter weitaus bedeutender: Gut 26 Mill. Euro investiert der Konzern jährlich in die Business-Trips seiner Mitarbeiter.
Dass das Business Travel-Aufkommen so gewachsen ist, liegt vor allem an zwei Zukäufen: Im Jahr 2000 stießen die Mannesmannröhren-Werke und 2007 die Klöckner-Werke (KHS) zum niedersächsischen Unternehmen. Allein KHS, Spezialist für Getränkeabfüllmaschinen, sorgt inzwischen für gut die Hälfte der weltweiten Diensteisen. Zu den wichtigsten Märkten zählt auch Afrika.
Reisemanagement und Buchungsabwicklung der Salzgitter-Gruppe, die insgesamt aus mehr als 100 Einzelfirmen besteht, sind inzwischen auf den Hauptstandort Salzgitter konzentriert. Zwei Travel Managerinnen kümmern sich um die Gesamtstrategie für die Geschäftsreisen, während ein Implant – also ein Reisebüro im Unternehmensgebäude – den operativen Part übernimmt. Geführt wird das Büro von BCD.
Für den Konzern bilden die Reisekosten „einen eher kleinen Etat“, sagt Bruckmann, der in Bereichen wie dem Anlagen- oder Baueinkauf mit Beträgen von bis zu 800 Mill. Euro jährlich zu tun hat. „Manchmal scherzt mein Chef, das Reisemanagement wäre mein Hobby“, sagt Bruckmann und schmunzelt. Sein „Baby“ ist es in jedem Fall – und wenn es auch ein Hobby ist, dann ein solches mit großem Spareffekt.