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So reist Unilever

Den Preis des Travel Industry Clubs erhielt in diesem Jahr Unilever für ein innovatives Travel-Management-Konzept. Die Plätze 2 und 3 belegen die Dürr AG und Ernst & Young.

von Oliver Graue, 05.12.2016, 09:00 Uhr
Award-Gewinnerin: Yvonne Moya.
Foto: Lenthe/touristik-foto.de

Junge Mitarbeiter sind nicht weniger richtlinientreu als ihre älteren Kollegen – das steht für Yvonne Moya fest. Allerdings, so die oberste Travel Managerin des Unilever-Konzerns: „Die Jüngeren wollen in einem gewissen Rahmen eigene Entscheidungen treffen und Alternativen selbstbestimmt auswählen können.“ Die klassische Art der Kommunikation reiche dafür nicht mehr aus, sagt Yvonne Moya, „jedenfalls nicht bei Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, die ihre Informationen aus der virtuellen Welt beziehen und die dort auch bewerten und sich austauschen.“

„Swan“ – deutsch: „Schwan“ – so heißt das Projekt, mit dem Unilever seine internen Services verbessern will. Für das Konzept ist Unilever nun mit dem Business-Travel-Award 2016 von Travel Industry Club und BizTravel ausgezeichnet worden.

„Vom Entlein, das aber gar nicht so hässlich war, wollen wir zum schönen Schwan werden“, erklärt die Travel Managerin mit einem Schmunzeln die Namenswahl. Dabei geht es dem holländisch-britischen Verbrauchsgütergiganten um einen grundsätzlichen neuen Ansatz – hin zu einem Reisemanagement, „in dem die Bedürfnisse des Geschäftsreisenden selbst viel stärker im Fokus stehen als bislang üblich“, formuliert es Moya: „Wir haben uns gefragt: Was wollen die Business Traveller eigentlich? Wie kommen wir wieder näher an sie heran?“ Dass gleichzeitig die Unternehmensbedürfnisse nach Kosteneffizienz und Richtlinientreue weiterhin verfolgt werden müssen, steht für sie dabei außer Frage.

TIC-Award für Unilever

Eine studentische Masterarbeit, die Yvonne Moya betreut hatte, war einer der wichtigsten Anlässe für „Swan“: „Es ging darum, das Reise- und Kommunikationsverhalten der verschiedenen Generationen zu untersuchen“, erklärt die Travel-Expertin. Doch es gab weitere Gründe: Die Trends zu digitalen Arbeitsplätzen gehörten ebenso dazu wie die Tatsache, „dass wir in Sachen Einkaufspreise im Travel Management so ziemlich alles ausgereizt haben“.

Zu den Bestandteilen der neuen Strategie, die auf eine grundlegende Innovation des Travel Managements abzielt, zählt etwa die Einführung eines „virtuellen Hubs“. Über diesen können die Reisenden nicht nur miteinander kommunizieren, sondern auch direkt mit dem Reisebüro. Herz der Geschäftsreiseorganisation soll eine Concur-Plattform sein, auf der am Ende alles zusammengeführt wird – also auch der virtuelle Hub ebenso wie Buchungen über Apps und Direct Links zu den Leistungsträgern.

Die Plätze und 2 und 3 belegen der schwäbische Lackieranlagenhersteller Dürr AG sowie das Beratungsunternehmen Ernest & Young. Dürr hat sein Taxi- und Transfer-Aufkommen auf einer einzigen Online-Plattform gebündelt, wie Travel Managerin Brigitte Lehle erläutert. Der Vorteil: Von überall können Mitarbeiter auf das Portal zugreifen und – etwa für den Weg vom Flughafen in die Firma – ein Taxi oder einen Transferdienst buchen. Die Abrechnung erfolgt im Hintergrund auf die vorgegebene Firmenkreditkarte.

Ernest & Young hat für seine Reisenden eine spezielle Community auf der Plattform Yammer eingerichtet. Die bislang 7000 Nutzer können darüber untereinander in Kontakt treten, Bewertungen teilen oder dem Travel Management wichtige Infos mitteilen bzw. Fragen stellen. Die Community wird 24 Stunden am Tag moderiert – je nach Zeitzone von den Verantwortlichen, die gerade im Dienst sind.

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