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Travel Management der Salzgitter AG

Deutschlands zweitgrößter Stahlkonzern hat sein Travel Management 2001 professionalisiert und in Salzgitter konzentriert. Gebucht wird über ein Implant.

von Oliver Graue, 27.01.2017, 09:00 Uhr
Stahl-Riese: Die Salzgitter AG entstand 1998 aus der Preussag Stahl AG.

In dieser Geschichte können sich viele Firmen wiederentdecken: Als die Salzgitter AG vor etwa 15 Jahren erstmals ein echtes Travel Management einführte, ließen die Erfolge nicht lange auf sich warten. Denn was zuvor dezentral und ungeregelt lief, wurde nun professionalisiert. „Ich hatte das Thema schon am ersten Tag auf meinem Schreibtisch“, erinnert sich Roland Bruckmann, zuständig für den Einkauf Investitionen, Dienstleistungen und Mobility. Der Vorteil, wenn etwas bei null startet: „Schon durch vergleichsweise einfache Schritte konnten wir 30 Prozent einsparen.“

Damals hatten die Reiseausgaben des zweitgrößten deutschen Stahlproduzenten noch 6,0 Mill. Euro betragen. Heute ist die Mobilität für die Salzgitter AG weitaus bedeutender: Zwischen 20 und 25 Mill. Euro investiert der Konzern jährlich in die Business-Trips seiner Mitarbeiter.

Mehr als 100 Unternehmen

2001 startete Bruckmann mit der Konsolidierung des Reiseeinkaufs: Richtlinien, Firmenkreditkarte, Konzentration auf ein Reisebüro – damit ging es los. Später folgte ein Hotelprogramm; derzeit arbeitet man an der Internationalisierung des Travel Management. Zahl und Volumen der Geschäftsreisen wuchsen vor allem durch mehrere Zukäufe der Salzgitter AG: Im Jahr 2000 stießen die Mannesmannröhren-Werke und 2007 die Klöckner-Werke mit KHS zu dem 1998 aus der Preussag Stahl AG entstandenen Konzern.

Reisemanagement und Buchungsabwicklung des Salzgitter-Konzerns, der aus mehr als 100 Unternehmen besteht, sind auf den Hauptstandort Salzgitter konzentriert. Zwei Travel Managerinnen kümmern sich um die Gesamtstrategie für die Geschäftsreisen, während ein Implant den operativen Part übernimmt. Geführt wird das Büro von BCD Travel.

Für den Konzern bilden die Reisekosten „einen eher kleinen Etat“, sagt Bruckmann, der in Bereichen wie dem Anlagen- oder Baueinkauf mit Beträgen von bis zu 800 Mill. Euro jährlich zu tun hat. „Manchmal scherzt mein Chef, das Reisemanagement wäre mein Hobby“, sagt Bruckmann und schmunzelt. Sein „Baby“ ist es in jedem Fall – und wenn es auch ein Hobby wäre, dann ein solches mit großem Spareffekt.

Typische Rennstrecken hat das Unternehmen nicht. „Wir sind kein Konzern der Vielreisenden, sondern einer der vielen Reisenden“, formuliert es Roland Bruckmann. Mitarbeiter, die ein- oder zweimal im Jahr weltweit unterwegs sind – das ist der Normalfall. Corporate Cards, Mietwagen und Hotels werden regelmäßig ausgeschrieben, und für die Hotelbuchung ist eine eigene, vom Anbieter Hotel.de bestückte Online-Buchungsplattform im Einsatz. Mit Fluggesellschaften handelt die Salzgitter AG Firmenraten aus, doch diese „dienen in erster Linie als Hosenträger“, sagt Bruckmann. Denn tagesaktuelle Preise sind oftmals besser.

Konzern in Kürze

Die Salzgitter AG entstand 1998 als Ausgliederung aus der Preussag Stahl AG. Ihre Geschichte reicht jedoch bis 1858 zurück (Ilseder Hütte). Weltweit gehören 160 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften zum Unternehmen. Etwa 23.500 Mitarbeiter sorgten 2015 für einen Umsatz von 8,6 Mrd. Euro. Fehlbetrag: 45 Mio. Euro.

Für Geschäftsreisen gibt die Salzgitter AG etwa 20 bis 25 Mio. Euro aus. Im gesamten Konzerneinkauf bewegen sich die Kosten bei gut 2,8 Mrd. Euro.

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