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Betriebsübergang auf Tyrolean beschlossen

Die Verhandlungen über die Zukunft der AUA sind am Montagabend gescheitert. Das Management bereitet nun die Verlagerung der Operation auf die Regionalflugtochter vor.

von Georg Jegminat, 02.05.2012, 09:58 Uhr
Bisher fliegt Tyrolean als Austrian Arrows im Regionalverkehr.
Foto: Tyrolean

Nach langem Hin und Her hat das fliegende Personal von Austrian Airlines (AUA) einen Kompromiss nicht angenommen, den der Betriebsrat mit dem Management ausgehandelt hatte. Deshalb hat der Vorstand den Betriebsübergang eingeleitet. Das Bodenpersonal hatte einem neuen Vertrag mit deutlich verringerten Gehältern zugestimmt und bleibt bei AUA beschäftigt. CEO Jaan Albrecht: „Unsere Mitarbeiter brauchen nun Klarheit. Ich bleibe überzeugt, dass uns dieser Weg eine Zukunftsperspektive bringt. Und diese Zukunft möchten wir mit der gesamten Austrian Airlines Crew gestalten.“

Bis zum 1. Juli 2012 sollen etwa 80 Flugzeuge und 2100 Mitarbeiter bei Tyrolean gebündelt werden. Bis Jahresende will Albrecht jede Doppelfunktion abgeschafft haben. Die 600 Piloten und 1500 Flugbegleiter werden bei Tyrolean als neue Mitabeiter eingestellt, verlieren also Ansprüche wie die Seniorität.

Eine Sparaktion ist der Betriebsübergang vorerst jedoch nicht. Denn die Mitarbeiter in Cockpit und Kabine haben nun ein Sonderkündigungsrecht, bei dem Höchstabfindungen gezahlt werden müssen. Bis zu 39 Monatsgehälter sind möglich. Bis zu 160 Mill. Euro könnte es kosten, schreibt die Tageszeitung Der Standard mit Bezug auf den Aufsichtsrat. Dabei soll der Vorstand eigentlich das Ergebnis der AUA-Gruppe um 220 Mill. Euro jährlich verbessern.

Für die Passagiere solle sich nichts ändern, versichert Albrecht. Allerdings wird es spannend, wie viele Piloten ihren Abschied nehmen. Sind es zu viele, könnte es in der Hochsaison zu Engpässen kommen. Laut Standard haben bereits vor dem Scheitern der Verhandlungen 43 Piloten gekündigt. Außerdem kündigte ein Betriebsratmitglied an, vor Gericht zu ziehen. Denn der Vorstand hatte den Tarifvertrag in Gänze gekündigt, also mit Nebenvereinbarungen wie einem freiwilligen Gehaltsverzicht von fünf Prozent. Dieses Geld soll nun eingeklagt werden. In Wien bleibt es also turbulent.

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