BGH-Urteil zu Flugverspätung

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Passagiere dürfen nicht doppelt kassieren

Airline und Veranstalter müssen nicht beide zahlen. Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Fluggäste ihre Entschädigung bei einer Verspätung nicht zweimal verlangen können.

von Nadine Kasszian, 01.10.2014, 13:10 Uhr
Flugverspätungen sind immer ein Ärgernis.
Foto: Thinkstock

Bei erheblichen Flugverspätungen steht dem Kunden laut EU-Fluggastrechte-Verordnung ein Anspruch auf Entschädigung durch die Airline zu. Auf der anderen Seite kann er nach deutschem Reiserecht eine Minderung des Reisepreises verlangen. Der BGH hat jetzt allerdings in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen X ZR 126/13) entschieden, dass nicht beides parallel möglich ist.

In dem Fall, der vor Gericht verhandelt wurde, ging es um ein Ehepaar, das bei dem beklagten Reiseveranstalter eine Kreuzfahrt ab und nach Dubai inklusive Hin- und Rückflug gebucht hatte. Im Anschluss an die Kreuzfahrt erfolgte der Rückflug nach Deutschland erst 25 Stunden später als vorgesehen. Die ausführende Fluggesellschaft zahlte an die Klägerin und ihren Ehemann jeweils 600 Euro wegen erheblicher Verspätung nach Artikel 7 Absatz 1 Buchstabe c der Fluggastrechte-Verordnung.

Zusätzlich machte das Ehepaar noch eine Minderung ihres Reisepreises in Höhe von fünf Prozent des anteiligen Tagesreisepreises ab der fünften Stunde der Verspätung beim Veranstalter geltend.

Der BGH begründet seine Entscheidung, dass dieses Vorgehen unzulässig ist, damit, dass beide Forderungen dieselbe Unannehmlichkeit ausgleichen sollen – nämlich den verspäteten Flug. Für Schäden, die aus der Flugverspätung resultieren, ist nach Ansicht der Richter die Fluggastrechte-Verordnung einschlägig. Es könne nicht zweimal ein Ausgleich für dieselbe Unannehmlichkeit verlangt werden.

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