Die Nachfrage nach Serviced Apartments steigt. Für Geschäftsreisende sind sie eine gute Alternative zum Hotel.
Ans Telefon bekommt man Jens Lehmann in diesen Tagen eher selten. Der Geschäftsführer der Hotelkette G-Hotel eilt von Gesprächstermin zu Gesprächstermin. Der enge Terminkalender zeugt von dem wachsenden Interesse an den 18 Hotels und Apartmenthäusern der Bonner Kette, die sich mit ihren Häusern speziell an Geschäftsreisende und Langzeitgäste wendet.
Die wachsende Nachfrage bei G-Hotel ist exemplarisch für den noch überschaubaren Markt der Serviced Apartments und BoardingHäuser in Deutschland. „Die Steigerungsraten sind unglaublich“, berichtet Anett Gregorius, Geschäftsführerin des Berliner Beratungsunternehmens Boardinghouse Consulting und Betreiberin des Internet-Portals Apartmentservice.de.
„Serviced Apartments sind ihrer Nischenposition entwachsen und nehmen mittlerweile einen festen Stellenwert in der Hotellerie ein“, so Gregorius weiter. Immer mehr Geschäftsreisende würden Serviced Apartments als Alternative zum normalen Hotelaufenthalt entdecken.
Auch wenn so mancher Gast beim ersten Kontakt mit einem Boarding House zunächst etwas enttäuscht erscheint. „Unsere Empfangsräume können natürlich nicht mit den Lobbys großer Hotels mithalten“, räumt Maike Tuchardt, Corporate-Sales-Managerin bei den Clipper Hotels & Boardinghouses, ein. Doch spätestens, wenn die Gäste die geräumigen, hochwertig eingerichteten Zimmer der insgesamt vier Clipper-Häuser in Berlin oder Hamburg betreten, schwindet die anfängliche Skepsis. „Bei Zimmergrößen von 35 bis 171 Quadratmetern können herkömmliche Hotels nur schwer mithalten“, betont Tuchardt, die ihre Häuser aber nicht als Konkurrenz zur Hotellerie versteht. Dafür seien die Konzepte zu verschieden.