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Brasilien, Mexiko und Co

13.07.2011, 09:15 Uhr

Business Travel in Südamerika

von Oliver Graue

Lateinamerika boomt. Obwohl die Zahl der Flüge rasch steigt, sind die Kapazitäten knapp. Und so manch weitere Hürde gilt es zu überwinden – für Travel Manager wie für Reisende.

Karneval: Bunt und ausgelassen feiern - das ist Tradition im südamerikanischen Panama.
Foto: VisitPanama

Für Tiger und Bär war der Weg zu weit. Niemals hätten es die beiden Freunde aus der Janosch-Geschichte bis nach Panama geschafft. War ja auch nicht nötig: Zurück in ihrem alten Haus haben sie den Ort ihrer Träume gefunden – und nannten ihn schlicht „Panama“. Ein Paradies hätten sie aber auch im wirklichen Panama entdeckt: Das Land lockt mit traumhaften Landschaften. Auch der Geschäftsreise-Verkehr nimmt zu – wie in ganz Lateinamerika.

Der Kreditkartenanbieter Airplus erwartet für dieses Jahr in dieser Richtung die weltweit höchsten Zuwachsraten. Wobei allein auf Brasilien, Argentinien und Mexiko gut 75 Prozent aller Business-Trips entfallen. In diesen drei Ländern haben deutsche Unternehmen zuletzt besonders stark investiert.

Hoffen auf Fußball-WM 2014

„Gerade Brasilien hat die Krise 2009 rascher überwunden als fast alle Industrieländer“, nennt das Auswärtige Amt als Grund. Durch seine derzeitigen Rekorde bei Wachstum, Investitionen und Jobzuwachs weckt das Land Interesse. Hiesige Firmen hoffen, durch Aufträge der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Spiele 2016 zu profitieren.

Trotz des Booms ist in Südamerika dennoch vieles anders als bei uns – das gilt auch für Geschäftsreisen. Die Studie „On the Verge: Latin America“ von Airplus und dem Geschäftsreise-Verband Acte nennt als wichtigsten Unterschied die geringe Automation und Standardisierung: „Lateinamerika bevorzugt den persönlichen Service. Gebucht wird traditionell über Telefon, und gezahlt wird gegen Rechnung.“ Firmenkreditkarten sind kaum verbreitet, lediglich zentrale Reisestellenkarten scheinen sich durchzusetzen.

Hotels nur über Telefon

Hinzu kommt: Viele regionale Fluglinien lassen sich nur über die eigene Website buchen. Hotels muss man anrufen: Bis auf die großen internationalen Ketten sind sie übers Reisebüro nicht zu bekommen. Bezahlt wird in bar. Doch weil es nicht ungefährlich ist, große Geldbeträge bei sich zu haben, und weil Cash das Reporting erschwert, „gehen brasilianische Geschäftsreisebüros dazu über, die Hotels im Vorhinein über einen Gutschein zu bezahlen und den Betrag später dem Firmenkunden in Rechnung zu stellen“, so die Studie. „Der Prozess ist manuell und sehr aufwendig“, zitiert die Untersuchung die Chefin von BCD Lateinamerika, Barbara Blue.

Flüge sind gut gebucht

So spannend eine Geschäftsreise nach Südamerika sein kann, so viel Vorbereitung ist nötig. Das betrifft auch die Flüge. Obwohl sich die Airlines mit neuen Routen überbieten, sind die Kapazitäten knapp. Größte Anbieter sind LH, TAP, TAM, LAN, Air France, Iberia und BA. Condor – eigentlich Ferienflieger – fliegt über Panama 20 Ziele in Südamerika mit dem Partner Copa an. „Wir verzeichnen zunehmend Business-Nachfrage“, sagt Jens Boyd, Leiter Revenue Management – zumal Condor eine eigene Business Class (Comfort Class) anbietet. Gut gebucht sind auch Routen innerhalb des Kontinents. „Meine Erfahrung ist“, so Barbara Blue, „wer innerhalb von zwei Wochen versucht, einen Sitz zu bekommen, geht meist leer aus.“

Top-Ziele in Zahlen

Gut 1 Prozent aller Geschäftsreisen deutscher Unternehmen führen nach Lateinamerika (1,5 Mill. Reisen pro Jahr).

75 Prozent der Flüge deutscher Geschäftsreisender führen direkt zu einem Ziel in Südamerika. 25 Prozent finden zwischen oder innerhalb der Staaten statt.

27 Prozent der Reisen führen nach São Paulo, dem Top-Ziel deutscher Unternehmen. Es folgen Mexico City (15 Prozent), Buenos Aires (6 Prozent), Rio de Janeiro und Santiago de Chile (jeweils 3 Prozent).

9 Prozent bewegen sich auf der Strecke Frankfurt–São Paulo. Es folgen Frankfurt–Mexico City (5 Prozent), München–São Paulo (4 Prozent), Stuttgart–São Paulo und Frankfurt–Buenos Aires (jeweils 3 Prozent).

62 Prozent fliegen in der Business Class, 33 Prozent nutzen die Economy und 5 Prozent die First Class.

Quelle: Airplus Business Travel Index 2011

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