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Bundeswehr

04.11.2008, 13:00 Uhr

Helm ab zum Buchen

von Martin Jürs

Kreditkarten für Soldaten und Kasernenbetten übers Hotelportal – die Dienstreiseplanung bei der Bundeswehr.

Reiseprofi beim Bund: Seit vier Jahren arbeitet Kai Alexander Schmidt für die Bundeswehr-Tochter Gebb.
Foto: Silvia Steinbach

Kai Alexander Schmidt strahlt jede Menge Gelassenheit aus. So schnell kann den 42-Jährigen nichts aus der Ruhe bringen. Das hilft, denn Schmidt ist dabei, das Travel Management der Bundeswehr zu modernisieren. Eine langwierige Aufgabe. Ursprünglich für sechs Monate engagiert, begleitet er mittlerweile seit vier Jahren die Neuausrichtung des Dienstreisewesens der Bundeswehr.

Dass hier gewaltiger Verbesserungsbedarf besteht, zeigt sich schon bei der Bearbeitung der Dienstreisen. Etwa 1000 Mitarbeiter sind derzeit mit Planung, Buchung und Abrechnung beschäftigt. Zwei Stunden wird jede Reise im Schnitt bearbeitet. In Wirtschaftsunternehmen vergleichbarer Größe sind es gerade einmal 25 Minuten, sagt Schmidt.

Entsprechend unterschiedlich sind die Kosten: Während bei Privatfirmen die Verwaltung einer Geschäftsreise mit durchschnittlich 26 Euro zu Buche schlägt, sind es bei der Bundeswehr 95 Euro. Bis vor Kurzem fielen hier pro Euro direkter Reisekosten 1,10 Euro indirekte Aufwendungen an – ein krasses Missverhältnis. Mittlerweile wurde dieser Betrag unter anderem durch die Einführung einer Firmenkreditkarte fast halbiert. Das ist zwar ein Fortschritt, doch bis zum angepeilten Ziel von 0,20 Euro muss noch einiges passieren.

Fakten

Dienstfahrten mit vielen Unbekannten

  • Die Bundeswehr beschäftigt rund 247.000 Frauen und Männer in Uniform. Hinzu kommen 94.000 zivile Mitarbeiter. Sie verteilen sich auf 390 Standorte in Deutschland.
  • Der Reiseetat der Bundeswehr liegt im Jahr bei rund 164 Mill. Euro. Die Flugausgaben liegen bei 20 Mill. Euro, Bahnfahrten schlagen mit etwa zwölf Millionen Euro zu Buche. Die restlichen Ausgaben lassen sich kaum differenzieren. Die Kosten für Reisen in die Einsatzgebiete im Ausland fallen nicht unter den Dienstreiseetat.
  • Kai Alexander Schmidt: Vor seinem Einstieg bei der Gebb leitete der ausgebildete Luftverkehrskaufmann unter anderem das Travel Management der Deutschen Bahn.

 
 
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