Kreditkarten für Soldaten und Kasernenbetten übers Hotelportal – die Dienstreiseplanung bei der Bundeswehr.
Kai Alexander Schmidt strahlt jede Menge Gelassenheit aus. So schnell kann den 42-Jährigen nichts aus der Ruhe bringen. Das hilft, denn Schmidt ist dabei, das Travel Management der Bundeswehr zu modernisieren. Eine langwierige Aufgabe. Ursprünglich für sechs Monate engagiert, begleitet er mittlerweile seit vier Jahren die Neuausrichtung des Dienstreisewesens der Bundeswehr.
Dass hier gewaltiger Verbesserungsbedarf besteht, zeigt sich schon bei der Bearbeitung der Dienstreisen. Etwa 1000 Mitarbeiter sind derzeit mit Planung, Buchung und Abrechnung beschäftigt. Zwei Stunden wird jede Reise im Schnitt bearbeitet. In Wirtschaftsunternehmen vergleichbarer Größe sind es gerade einmal 25 Minuten, sagt Schmidt.
Entsprechend unterschiedlich sind die Kosten: Während bei Privatfirmen die Verwaltung einer Geschäftsreise mit durchschnittlich 26 Euro zu Buche schlägt, sind es bei der Bundeswehr 95 Euro. Bis vor Kurzem fielen hier pro Euro direkter Reisekosten 1,10 Euro indirekte Aufwendungen an – ein krasses Missverhältnis. Mittlerweile wurde dieser Betrag unter anderem durch die Einführung einer Firmenkreditkarte fast halbiert. Das ist zwar ein Fortschritt, doch bis zum angepeilten Ziel von 0,20 Euro muss noch einiges passieren.