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Tipps für Weißrussland

Lange Zeit war das Ansehen Weißrusslands in Deutschland und der Europäischen Union nicht das Beste. Der seit 1994 an der Macht befindliche Präsident Alexander Lukaschenko galt und gilt vielen als der letzte Diktator Europas. Die offene Kritik an den autoritären Tendenzen im Lande gerade von offizieller Seite ist zuletzt jedoch leiser geworden.

von Oliver Graue, 07.04.2017, 11:54 Uhr

Das liegt nicht unbedingt an einem politischen Tauwetter in Weißrussland. Grund ist vielmehr die Ukraine-Krise. Noch einen Konfliktherd in Osteuropa braucht niemand, da setzt die EU-Politik dann lieber auf Stabilität – auch wenn diese eher autoritär daherkommt. Wirtschaftlich hatte das an Russland grenzende Land zuletzt mit Problemen zu kämpfen. 2015 ging das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent zurück. Auch 2016 dürfte es ein (wenn auch geringeres) Minus gegeben haben. Die Rezession wirkte sich auch negativ auf die Handelsbeziehungen zu Deutschland aus: Das deutsch-weißrussische Handelsvolumen ging von etwa 3,8 Mrd. Euro 2014 auf 2,3 Mrd. Euro im Folgejahr zurück. Weißrussland importiert dabei vor allem Maschinen und Geräte aus Deutschland; ihr Einfuhranteil beträgt rund 40 Prozent. Gefragt sind auch chemische Produkte (14,2 Prozent) sowie Kunststoff und Kunststofferzeugnisse (12,1 Prozent). Insgesamt sind etwa 350 deutsche Unternehmen in Weißrussland aktiv. Zumindest was die Einreise in das osteuropäische Land angeht, sind Geschäfte seit kurzem leichter möglich: So dürfen Bürger der Europäischen Union jetzt für bis zu fünf Tage ohne Visum über den Hauptstadtflughafen Minsk einreisen.

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