Kommentieren

Business oder Economy?

18.06.2008, 14:00 Uhr

Alles eine Klassenfrage

von Oliver Graue

Nicht jede Firma erlaubt auf der Langstrecke die Business Class. Wann sollte man den Luxus gestatten und wann tut es die Holzklasse?

Wer Business Class fliegt, kann unterwegs arbeiten: In der Economy ist es dafür meist zu eng.
Foto: Lufthansa AG

Für innerdeutsche Flüge gilt Economy Class, fürs Ausland ist Business erlaubt: So klar und komfortabel wie oft noch in den 90er Jahren sind die Reiseregelungen heute selten. Längst wird nach Kurz- und Langstrecke unterschieden, und selbst für Fernflüge erlauben nur noch 41 Prozent aller deutschen Firmen Mitarbeitern die Business Class. Bei über 13 Prozent herrscht Economy-Pflicht – egal, wie lang der Flug dauert. Und 46 Prozent der Betriebe wenden für Langstreckenflüge Regeln an. Die Wahl der Klasse richtet sich z.B. nach Hierarchie oder Flugdauer.

Business Class ab sieben Stunden

Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse, die die Berlinerin Anne Richter vorgenommen hat. Im Auftrag der Travel-Management-Beraterin Andrea Zimmermann (btm4u) ging sie der Frage nach, wann auf der Fernstrecke ein Sitz in der Economy Class genügt – und wann der Business-Platz die bessere Alternative darstellt. Dieser ist vordergründig zwar sehr viel teurer als die Touristenklasse, in einer Gesamtkostenrechnung kann er sich für die Firma dennoch rentieren: weil der Mitarbeiter ausgeruht und kraftvoll in eine wichtige Verhandlung geht.

Und: „Gesundheitliche Aspekte finden in Reiserichtlinien bislang kaum Anwendung“, kritisiert Anne Richter und verweist auf betriebliche Fürsorgepflichten. Ein ausnahmsloses Ja zur Business Class ist aber ebenso falsch – weil kaum bezahlbar. Bereits heute unterscheiden Firmen nach der Flugdauer: Ab durchschnittlich sieben Stunden in der Luft darf Business gebucht werden. Kein ideales Kriterium, wie Anne Richter findet, weil Flugzeiten oft unverbindlich sind und in der Praxis gegen solche Regelungen oft verstoßen wird. „Eine Differenzierung nach Flugziel ist klarer und daher sinnvoller“, sagt die junge Frau. Beispiel: Eco für den Nahen Osten, Business für Taipeh. „Markieren Sie die Business-Ziele auf einer Weltkarte“, lautet ihr Tipp.

Gesundheitsstatus erfassen

Wichtig: die Gesundheit. Richter rät, für Risikopersonen (Krampfadern, Kreislauf, Übergewicht) ebenso die Business zu gestatten wie für Ältere (ab 50 Jahren), sehr große Menschen und Vielflieger. Geburtsdatum und Gesundheitsstatus lassen sich ins Profil des Reisenden integrieren – sofern es die Datenschutzrichtlinie erlaubt.

Fakten

Analyse über Business Class auf der Langstrecke

„B eförderungsklassen auf Langstreckenflügen für Geschäftsreisen“ – so nennt Anne Richter ihre Analyse, die sie im Auftrag der Unternehmensberaterin Andrea Zimmermann (btm4u) vorgenommen hat. An der Fachhochschule Braunschweig/ Wolfenbüttel hat sie die Studie als Diplomarbeit eingereicht.

Basis der Analyse ist eine Online-Befragung bei 113 professionellen Travel Managern in Deutschland. Damit repräsentiert die Stichprobe 300.000 interkontinentale Geschäftsreisen.

Interessenten wenden sich an BizTravel, wir leiten die E-Mail weiter: o.graue@biztravel.de

Teilen Sie diesen Artikel (Hilfe): Social Bookmarks

Tiere

Wie reisen Eisbären?

Für Kinder gehört es zu den schönsten Geräuschen: das Klingeln, mit dem der Eismann im Sommer sein Kommen ankündigt. Die Tiefkühltransporter der großen Eisproduzenten läuten zwar nicht, wenn sie die Supermärkte beliefern. Dafür sind sie bis zur Decke mit leckerem Speiseeis gefüllt. mehr

 
© 2012 Verlag Dieter Niedecken GmbH, Alle Rechte vorbehalten