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Business oder Smart Casual?

03.08.2011, 09:00 Uhr

Was Kleidungsvorschriften bedeuten

von Oliver Graue

Der Gastgeber bittet, „Smart casual“ zur Party zu erscheinen. Doch selbst Stilbewusste müssen Formeln wie diese erst einmal entschlüsseln.

Foto: iStockphoto

So viel steht schon mal fest: Früher war alles strenger. „Entdeckte der Portier des Ritz Carlton Boston einen Gast, der am Abend in heller Freizeithose in der Lobby Platz genommen hatte, dann bat er ihn nachdrücklich, die Hotelhalle zu verlassen“, erinnert sich der Gastronomiekritiker Heinz Horrmann. „Nach 18 Uhr waren Krawatte und Jackett vorgeschrieben.“ Dass es einmal sogar den Bürgermeister von Boston erwischte, war egal: Der Portier wurde für seinen „Einsatz“ ausdrücklich gelobt.

Bleiben Sie sauber!

Die Zeiten haben sich geändert. Strenge Dresscodes – also Kleidervorschriften – lassen sich kaum noch durchsetzen. Zumindest nicht mit Härte. „Gepflegte Eleganz aus Überzeugung“ wünscht sich denn auch Oliver Eller, Chef des Berliner Adlon, anstelle Strenge. Und wie diese Eleganz auszusehen hat, das ist bei Abendveranstaltungen, Firmenevents oder Cocktailpartys oft schon in den Einladungsschreiben angegeben.

Doch wer aus dem Begriff „Smart casual“ schließt, das Lieblings-Polohemd zur Bluejeans überzustreifen, irrt. Denn das wäre höchstens bei „Casual“ erlaubt. Was bedeuten Angaben wie „Business casual“ oder „Semi-formal“ wirklich? Was steckt hinter Formeln wie „Black Tie“ oder eben einfach „Casual“? Wir erläutern es. Wobei immer gilt: Wichtiger als jede Formalität sind ein gepflegtes, sauberes Äußeres und die Tatsache, dass Sie sich in Ihren Klamotten wohlfühlen.

Semi-formal: Strenger, als es klingt! Dunkler Anzug, helles Hemd (nicht weiß, das erinnert an eine Beerdigung) und Krawatte. Frauen: elegant, abends im langen Kleid oder im „kleinen Schwarzen“. Beim Dresscode „Cocktail“ darf das Kleid kürzer und farbiger sein.

Informal: Bitte nicht wörtlich nehmen. „In-formal“ ist der dunkle Anzug mit hellem Hemd und dezenter Krawatte. Frauen: Hosenanzug oder Kostüm mit heller Bluse oder Top. Ein dezentes Make-up.

Business Casual: Die Krawatte kann weg, doch erwartet werden Hemd, feiner Strickpulli, Anzugshose (keine Jeans) und Sakko. Frauen: Klassisches Büro-Outfit (Hosenanzug oder Kostüm). Bei „Casual“ gern Shirt und Pullover.

Smoking/Black Tie: Schwarzer oder nachtblauer Smoking, weißes Hemd, schwarze Fliege und geschlossene Weste: der richtige Dresscode für feine Bälle. Frauen: Sie trägt ein langes, schlichtes Abendkleid mit Stola oder Jäckchen.

Frack/White Tie: Der Frack gilt als der „große Gesellschaftsanzug“ – Frauen: Pflicht das pompöse Abendkleid, wenn Sie zur Nobelpreisgala oder zum Opernball gehen. Sonst eher nicht.

Business: Dunkler, zweiteiliger Anzug (bei Treffen auf Führungsebene dreiteilig), farbige Krawatte, Hemd in Pastellfarben (etwa hellblau, grau, zartrosa). Die Krawatte ist ein Muss! Frauen: Hosenanzug oder klassisches Kostüm mit farbiger Bluse.

Smart Casual: Passend sind Sakko, Stoffhose und Poloshirt. Nur bei „Casual“ ist auch die Jeans erlaubt. Frauen: kombinieren Rock oder elegante Jeans mit einem Twinset (Pullover/ Strickjacke).

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