Busmaut statt Schienenmaut

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Flixbus warnt vor Bahn-Entlastung

Schienenmaut runter und her mit der Busmaut – solche Forderungen sieht der deutsche Fernbusprimus mit Sorge. Denn nach jahrelanger Expansion erreicht Flixbus gerade die schwarzen Zahlen.

07.08.2017, 08:51 Uhr
Flixbus will in diesem Jahr mit dem Gesamtunternehmen profitabel sein.
Foto: imago/Ralph Peters

Der deutsche Fernbus-Marktführer Flixbus warnt vor weiteren Entlastungen für die Deutsche Bahn nach der Bundestagswahl. „Wir haben beide bewiesen, dass wir ein attraktives Produkt bauen können“, sagte Flixbus-Chef André Schwämmlein der Deutschen Presse-Agentur. „Die DB-Lobby hätte es nicht nötig zu sagen, erlasst uns mal ein paar Milliarden mehr und schiebt zeitgleich noch ein paar Millionen Kosten zu den Flixbus-Leuten.“

Hintergrund sind Forderungen, die Gebühren für die Nutzung des Schienennetzes nach dem Güterverkehr auch für Personenzüge zu senken; SPD, Grüne und Linke haben sie in ihre Wahlprogramme aufgenommen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Forderungen, die Autobahnmaut auf Busse auszuweiten. „Verkehrspolitisch würde ich das für völligen Wahnsinn halten“, sagte Schwämmlein.

Die Bahn könne dann ihre Fahrkarten billiger anbieten. Flixbus aber müsse Ziele in Klein- und Mittelstädten aufgeben, weil sich die Fahrten sich nicht mehr lohnen. Wer die Maut fordere, müsse auch ehrlich sagen: „Wir möchten eine Busmaut und wir möchten, dass der Student und der Rentner zehn Prozent mehr für sein Ticket zahlt.“

Flixbus dominiert gut vier Jahre nach der Fernbus-Marktfreigabe den deutschen Markt und ist auch in mehreren europäischen Ländern unterwegs. „Wir fahren in Italien und Frankreich jeweils gut 200 Busse, beide Märkte entwickeln sich sehr gut. In Frankreich liegt unser Marktanteil bei 50 Prozent plus, in Italien eher bei 30 Prozent.“ Jede vierte Flixbus-Verbindung führt über Grenzen.

Für dieses Jahr erwartet das Unternehmen europaweit ein Fahrgastplus von 30 Prozent auf 40 Millionen. „Wir werden es in diesem Jahr schaffen, im Gesamtunternehmen profitabel zu sein“, kündigte Schwämmlein an. In Deutschland, Österreich und der Schweiz schreibe man schon schwarze Zahlen.

Schwämmlein sagte, die meisten Fahrgäste wechselten aus dem Auto in den Bus. „Natürlich ist die Deutsche Bahn für uns der große sichtbare, unternehmerische Wettbewerber. Aber es werden Bus und Bahn wachsen – auch wenn nicht jeder morgen sein Auto verkaufen wird.“

Von der Strecke Berlin-München will sich Flixbus nicht zurückziehen, obwohl die Bahn dort von Dezember Fahrten unter vier Stunden über die neue Schellfahrstrecke anbieten will. „Natürlich werden dann mehr Menschen Bahn fahren“, sagte Schwämmlein. „Aber ich gehe davon aus, dass es den Fliegern mehr weh tun wird als uns.“

Fahrgäste von Flixbus sollen auf ihren Handys künftig genau verorten können, wo ihr Bus sich gerade befindet. Über Echtzeit-Daten bei Google-Maps will das Unternehmen besser über Verspätungen informieren. „85 Prozent unserer Busse sind pünktlich“, sagte Schwämmelin. Das heißt nach der Unternehmensdefinition, dass sie weniger als 15 Minuten zu spät oder zu früh ankommen. (dpa)

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