Europcar und Daimler starten in Hamburg ein groß angelegtes Projekt: Überall in der Stadt stehen sogenannte Leih-Smarts bereit. Eine Alternative auch für kurze Geschäftsfahrten.
Die texanische Hauptstadt Austin sowie das südwestdeutsche Ulm standen am Anfang. Nun wollen der Autovermieter Europcar und Daimler-Tochter „Car2go“ ihr Carsharing-Programm weltweit ausrollen. Den Start macht Hamburg: Ab März 2011 sollen 300 „Car2go“-Autos der Marke Smart durch die Hansestadt rollen.
Im Fokus stehen auch Geschäftsreisende. Für sie soll das Angebot die Möglichkeit bieten, kurze, unkomplizierte Trips innerhalb der Stadt vorzunehmen. Vor allem für Unternehmen, die nur hin und wieder auf ein Auto zurückgreifen und daher über keinen eigenen Fuhrpark verfügen, dürfte „Car2go“ attraktiv sein, Das Projekt arbeitet bislang ausschließlich mit zweisitzigen Smarts. Diese parken irgendwo im Stadtgebiet und können gegen eine Nutzungsgebühr via Handy oder Internet geliehen werden.
Registrierte Kunden öffnen den Wagen mit einem auf den Führerschein geklebten Chip. Pro Minute kostet die Fahrt 29 Cent, pro Stunde 14,90 Euro. Danach stellt der Kunde das Auto an einer beliebigen Stelle im Stadtgebiet ab. Mehr als 15 Prozent der Ulmer sind inzwischen „Car2Go“-Kunden. Damit habe das Projekt Daimlers Erwartungen deutlich übertroffen, heißt es.
Die meisten Mieten dauern lediglich zwischen 30 und 60 Minuten. Das größte europäische Carsharing-Projekt startet nächstes Jahr in Paris: Ab September 2011 sollen gut 3000 Elektroautos an 1000 Auflade-Stationen in Frankreichs Hauptstadt bereitstehen. Als nächste weltweite „Car2go“-Metropole hat die Daimler-Tochter bereits das kanadische Vancouver im Blick.
In Deutschland ist Carsharing noch ein Nischenmarkt: Gerade einmal 170.000 Kunden setzen auf das Autoteilen. Doch das Wachstumspotenzial ist gewaltig, auch im Geschäftsreisesegment: Einer Studie des Marktforschungsinstitutes Frost & Sullivan zufolge dürfte sich die Zahl der Autoteiler bis 2016 auf über 1,2 Millionen erhöhen.