City Jet

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Iren mit Russen-Jet in der Flotte

City Jet? Wenige kennen die Airline. Dabei umfasst die Flotte der Iren inzwischen 45 Flugzeuge, darunter sechs russische SSJ-100 – als einzige europäische Airline. Ungewöhnlich ist auch das Geschäftsmodell von City Jet.

von Oliver Graue, 03.07.2017, 14:01 Uhr
SSJ-100 der City Jet
Foto: Katsuhiko TOKUNAGA / DACT, INC.

Sie sind Pioniere: Als erste europäische Airline hat die irische City Jet das russische Flugzeug Suchoi Superjet SSJ-100 gekauft – gleich 15 Maschinen wurden geordert. Sechs Jets hat die Fluggesellschaft bereits im Einsatz, von denen wiederum drei seit wenigen Wochen für die Lufthansa-Tochter Brussels Airlines unterwegs sind. Langfristig will City Jet seine vierstrahligen Avro RJ-85 („Jumbolinos“) durch SSJ-100 ersetzen.

Anfangsprobleme und Kinderkrankheiten des „Russen-Jets“ scheinen überwunden. „Die SSJ-100 bietet großzügige Kabinen, viel Beinfreiheit und in den Gepäckfächern Platz für 104 Rollkoffer“, lobt City-Jet-Manager Cathal O'Connell. „Zudem ist der Jet verbrauchsarm und seine Reichweite deutlich größer als bei unseren anderen Maschinen.“ So lassen sich Ziele wie Agadir, St. Petersburg, Tel Aviv und Reykjavik problemlos erreichen.

Ob mit dem Superjet tatsächlich ein neuer Wettbewerber für die Platzhirsche Airbus und Boeing entstanden ist, muss aber noch abgewartet werden. Vieles dürfte davon abhängen, wie sich die SSJ-100 bei City Jet und Brussels bewährt.

City Jet war vor knapp 25 Jahren schon einmal Pionier: Als eine der ersten Airlines flogen die Iren den damals neuen London City Airport an – und tun dies bis heute. Dabei blickt die 1992 vom Iren Pat Byrne gegründete Gesellschaft auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Diese ist den wenigsten bekannt. Ebenso wie die Tatsache, dass City Jet mit nun 45 Maschinen zu einer durchaus größeren Airline angewachsen ist.

Im Jahre 2000 war sie komplett von Air France übernommen. 14 Jahre später kaufte sie dann der fränkische Textilunternehmer Hans Rudolf Wöhrl: Aus ihr und der österreichischen Intersky wollte er eine neue Fluggesellschaft formen. Das scheiterte an der Pleite von Intersky. 2016 kaufte dann Gründer Pat Byrne „sein“ Airline zurück, gemeinsam mit Investoren.

London City Airport als Herz

Doch so groß die Flotte, so ungewöhnlich ist das Geschäftsmodell der Iren: Gut 80% der Maschinen sind für andere Airlines unterwegs, darunter für Air France, Brussels, KLM und SAS. Für Letztere betreibt City Jet etliche Strecken innerhalb Skandinaviens; auch die finnische SAS-Tochter Blue 1 wurde von den Iren übernommen. In diesem Jahr schluckten sie zudem die dänische Cimber. Dadurch hat City Jet heute allein im Norden 23 Jets stationiert. Zehn weitere sind bestellt.

Herz des City-Jet-eigenen Liniennetzes bildet der London City Airport. Allein nach Dublin startet die Gesellschaft sieben Mal am Tag, nach Amsterdam sogar acht Mal täglich, nach Antwerpen vier Mal, täglich nach Florenz. Verfolgt wird ein Vollservice-Konzept. Ihre Sitzauslastung steigerte die Airline von 55% (2014) auf nunmehr 75%.

Neben den 6 Suchoi-Superjets besteht die Flotte aus 24 Bombardier CRJ-900 und 15 Avro RJ-85. Eine wichtige Rolle spielt zudem das Chartergeschäft: „Unsere 95- und 98-Sitzer sind für Firmenkunden, Sportclubs und Medien ideal“, wirbt Manager O‘Connell.

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