Compliance

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So beugen Sie Korruption vor

Skandale wie die Budapester Sex-Sause rücken das Thema Compliance in den Fokus. Firmen verschreiben sich Verhaltensrichtlinien, doch die sind nicht ohne Tücken.

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von Oliver Graue, 26.04.2013, 09:00 Uhr
Präsente sind okay, solange sie einen bestimmten Wert – etwa 80 Euro – nicht überschreiten.
Foto: Thinkstock

Über einen „Compliance Officer“ verfügt Hermann Dinkel, Gründer und Chef eines kleinen Hamburger Dienstleistungsunternehmens, zwar nicht. Dennoch hat er klare Verhaltensregeln formuliert: „Einladungen ins Fußballstadion oder in die Oper darf keiner von uns annehmen, und Geschenke wie etwa zu Weihnachten wandern in die Tombola“, sagt Dinkel. Für den kleinen norddeutschen Mittelständler mag das ausreichen – für viele andere Unternehmen ist es zu wenig.

Seitdem die Öffentlichkeit über Bestechung und Bestechlichkeit, über unlauteres Verhalten und Vorteilsannahme diskutiert, wird Compliance mehr und mehr zum Reizwort – auch im Eventsektor. Die berüchtigte „Budapester Sex-Sause“ des Versicherers Hamburg-Mannheimer im Jahr 2007 war zwar kein Normalfall, doch Veranstaltungsplaner wollen wissen, wie sie sich künftig regelkonform verhalten. Was dürfen sie als Einladende? Und was als Eingeladene – etwa bei Hotel-Besichtigungen, Info-Reisen, Fam-Trips oder Abendessen?

Dass Compliance die Veranstaltungswirtschaft tiefgreifend verändern wird, davon zeigen sich Experten wie der Wormser Professor Hans Rück überzeugt. Vor allem deshalb, „weil die Richtlinien in vielen Punkten weit über das Ziel hinausschießen“, wie der Eventprofi kritisiert. Und damit möglicherweise mehr Schaden verursachen als Abhilfe schaffen.

Angst, sich zu amüsieren

Schon heute verbuchen Incentive-Agenturen enorme Umsatzrückgänge – weil Unternehmen Angst haben, mit einer „Spaßveranstaltung“ ins schiefe Licht gerückt zu werden. Schon heute leiden renommierte Fünf-Sterne-Hotels und touristisch reizvolle Regionen – weil die Firmen ausbleiben. „Alles, was nach sachfremder Vergnügung aussieht, wird von Compliance Officers unter Verdacht gestellt – so absurd das im Einzelfall sein mag“, befürchtet Rück. Und schon heute geht bei Betreibern außergewöhnlicher Eventlocations die Furcht um, dass irgendwann die Kunden ausbleiben – denn „außergewöhnlich“ könnte ja etwas mit „sachfremd vergnüglich“ oder „spannend“ zu tun haben. Und damit „unstatthaft sein.

 
 
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