Corporate Card

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Neuregelung des Interbankenentgelts bei Firmenkreditkarten

Die Verwirrung nach der EU-Neuregelung ist groß: Was bedeutet künftig „Corporate Card“? Was müssen Travel Manager tun?

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von Oliver Graue, 17.03.2016, 08:00 Uhr
Firmenhaftung wird in Deutschland populär.
Foto: Thinkstock

Die Karten sind neu gemischt – auch die Firmenkreditkarten. Denn seit dem 9. Dezember 2015 gilt das von der EU beschlossene niedrigere Interbankenentgelt für Kreditkartengebühren, welches die Händler beim Einsatz von Kreditkarten bezahlen müssen. Statt bis zu 1,8 Prozent sind es jetzt nur noch 0,3 Prozent. Das zumindest gilt für Karten sogenannter Vier-Parteien-Systeme wie Mastercard und Visa (also auch Airplus), nicht aber für Drei-Parteiler wie American Express oder Diners. Während Letztere auch künftig die vollen Sätze von den Händlern und Hotels verlangen können, bedeutet die drastische Reduzierung für Erstere, dass damit ihre Einnahmequelle stark schrumpft.

EU schafft Ausnahmeregelung für Firmenkreditkarten

Wie schon öfters auf BizTravel.de berichtet, hat die EU in ihrer Verordnung eine Ausnahmepassus aufgenommen. Dieser gilt für Firmenkreditkarten. Für sie müssen Händler und Hotels auch in Zukunft die volle Gebühr zahlen – anders als bei den privaten Karten. Allerdings: Brüssel hat auch kurzerhand den Begriff der Firmenkreditkarte neu definiert und damit in der Branche, vor allem bei Travel Managern, für Verwirrung gesorgt. Inzwischen lichtet sich der Urwald. Marktführer und damit Hauptbetroffener Airplus hat die Passagen der EU-Regelung vertragsrechtlich prüfen lassen. Wir haben mit Claude M. Walter, Leiter Marketing Deutschland, Österreich, Schweiz bei Airplus, gesprochen. Was bedeutet künftig „Firmenkreditkarte“? Müssen Travel Manager ihre Prozesse umstellen?

BizTravel: Firmenkreditkarten werden nur noch als solche anerkannt, wenn sie direkt über das Firmenkonto laufen und nicht mehr zunächst über die Privatkonten, wie dies bislang der Fall war. Stimmt?

Claude M. Walter: Grundsätzlich ja. Die EU verlangt unter anderem, dass Firmenkreditkarten nur an Unternehmen, öffentliche Stellen und Selbstständige herausgegeben werden. Die Karten dürfen nur geschäftlich eingesetzt werden, und alle Transaktionen müssen, unabhängig vom Kartennutzer, direkt dem Firmenkonto belastet werden. Im Gegensatz zu heute besteht also nur noch ein Vertrag zwischen Kartenherausgeber und Firmenkunde, und eine direkte Belastung des Privatkontos eines Mitarbeiters gibt es nicht mehr.

Nun hört man aber, es reiche auch aus, wenn es nur die Firmenhaftung gebe. Kann das Privatkonto-Modell also doch noch erhalten bleiben?

Im bisherigen Sinne nicht. Springender Punkt ist, dass die EU in ihrer Definition zwar von der direkten Belastung des Firmenkontos spricht, in diesem Zusammenhang aber kein „Zahlungskonto der Firma“ vorschreibt. Das heißt, ein EU-konformes Firmenkonto kann auch ein solches Kartenkonto sein, das der Kartenherausgeber für die Firma führt. Bei jedem Einkauf über die Karte wird dann zunächst dieses belastet.

Allerdings haftet als alleiniger Vertragspartner das Unternehmen dafür, dass dieses Konto auch wieder komplett entlastet wird. Denn einen Vertrag mit den Karteninhabern gibt es ja dann nicht mehr. Auf welche Weise das Unternehmen das Konto entlastet, ist seine Sache: Entweder trägt die Firma alle Umsätze in vollem Umfang selbst oder sie lässt ihre Mitarbeiter in Vorleistung treten.

Damit wäre es also auch künftig möglich, Firmenkreditkarten, die als solche anerkannt werden, über die Privatkonten der Mitarbeiter laufen zu lassen?

Die Variante, dass der jeweilige Kartennutzer in Vorleistung für seinen Arbeitgeber tritt, ist möglich. Wichtig ist aber, dass zwischen Kartennutzer und Kartenherausgeber kein Vertragsverhältnis besteht, ein Konto auf Firmenebene existiert, das direkt belastet wird, die Firma vollumfänglich haftet und jederzeit einen Überblick über alle mit den Karten getätigten Umsätze hat.

Bislang nutzen manche Mitarbeiter ihre Firmenkreditkarte auch für private Einkäufe, da ja übers eigene Konto abgerechnet wurde. Ist das auch künftig möglich?

Nein. Hier wird die Europäische Union in ihrer Verordnung sehr deutlich. Firmenkreditkarten dürfen ausschließlich für geschäftliche oder dienstliche Umsätze verwendet werden. Der private Gebrauch ist vertraglich zwischen Firmenkunde und Kartenherausgeber ausgeschlossen und die Firma darf ihren Mitarbeitern keinesfalls die Karten zur privaten Nutzung freigeben.

 
 
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