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Aufsichtsrat billigt Konzept für Umbau der Bahn

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat das Konzept zum Konzernumbau gebilligt. Teil des Vorhabens von Bahnchef Rüdiger Grube sei ein Programm für mehr Qualität und Pünktlichkeit im Zugverkehr, hieß es.

16.12.2015, 17:10 Uhr
Rüdiger Grube will ins Paketgeschäft einsteigen.
Foto: Deutsche Bahn AG

Mit mehr Investitionen und einer effizienteren Struktur will die Deutsche Bahn zurück in die Erfolgsspur. Der Aufsichtsrat der Staatskonzerns billigte am Mittwoch ein entsprechendes Konzept von Vorstandschef Rüdiger Grube.

Schwerpunkt sei das mehrjährige Programm „Zukunft Bahn“, teilte das Unternehmen nach der Sitzung der Kontrolleure mit. Es sieht Investitionen von 20 Milliarden Euro vor, mit denen der Zugverkehr für die Kunden attraktiver und pünktlicher werden soll.

Die Bahn sprach von „weitreichenden Beschlüssen zur Zukunft des Unternehmens“. Wichtige Details zu dem geplanten Maßnahmenbündel ließ der Konzern aber noch offen. Grube und seine Vorstandskollegen wollen das Programm an diesem Donnerstag der Öffentlichkeit offiziell vorstellen.

Die Aufseher unterstützten „ausdrücklich den Kurs des Vorstandes für mehr Qualität, Pünktlichkeit und Wirtschaftlichkeit“, ließ sich Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht zitieren. Zugleich hieß es aber auch: „Der Vorstand wird mit dem Aufsichtsrat weitere Konkretisierungen im Jahr 2016 diskutieren.“ Umstritten war zuletzt vor allem, wie es mit dem notleidenden Schienengüterverkehr weitergeht.

Ringen um den Güterverkehr

Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats hieß es, die Güterbahn DB Schenker Rail solle in den Jahren 2016 und 2017 saniert werden. Von 2018 an solle die Sparte dann wieder ein Prozent stärker als der Marktdurchschnitt wachsen. Nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ will der Vorstand mindestens 2600 der 31.000 Stellen bei Schenker Rail streichen. Grube hatte im Oktober angekündigt, dass bei der Güterbahn „im Zuge der Umstrukturierung Arbeitsplätze verloren gehen“. Er versprach damals, dass niemand arbeitslos werde. Die Bahn hat einen internen Stellenmarkt mit Vermittlung und Möglichkeiten der Umschulung und Weiterqualifizierung.

Kurz vor der Aufsichtsratssitzung war bekanntgeworden, dass das Management in den beiden kommenden Jahren mit einem weiteren Rückgang der Transportleistung rechnet. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sprach sich ebenso wie Umwelt- und Verkehrsverbände gegen Überlegungen aus, weniger Güter auf der Schiene zu transportieren.

Das Geschäftsfeld Dienstleistungen wird aufgelöst

Die Bahn werde das Geschäftsfeld Dienstleistungen auflösen, teilte der Konzernbetriebsrat mit. Das lasse sich „nicht verhindern“, sagte der Vorsitzende Jens Schwarz, der Mitglied des Aufsichtsrats ist. Dort hätten die Arbeitnehmervertreter aber gefordert, dass Tarif- und Sozialstandards auch künftig eingehalten werden. Für die Dienstleistungen, aber auch für die Geschäftsfelder Güterbahn, Regionalverkehr und Fahrzeug-Instandhaltung erwarte der Betriebsrat vom Vorstand Strategiekonzepte mit einer Perspektive bis zum Jahr 2030. Noch ließen sich „nicht alle Konsequenzen“ der getroffenen und noch zu treffenden Beschlüsse absehen, hieß es.

Anfang Dezember war durchgesickert, dass die Bahn 2015 trotz eines Rekordumsatzes von mehr als 40 Milliarden Euro erstmals seit dem Jahr 2003 wieder einen Verlust einfahren wird. Zwar sei im laufenden Geschäft ein Plus von 1,75 Milliarden Euro erzielt worden. Kosten für den Konzernumbau und Wertberichtigungen im Güterverkehr drückten das Jahresergebnis jedoch ins Minus. (dpa)

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