DB

(0)

Doch kein Schmerzensgeld wegen kaputter Zugtoilette?

Eine Triererin, die sich in einem Regionalzug wegen einer kaputten Toilette fast zwei Stunden lang gequält hat, bekommt möglicherweise kein Schmerzensgeld von der Bahn. Im Berufungsprozess hieß es, sie hätte das Malheur am Ende vielleicht selbst verhindern können.

29.01.2016, 17:09 Uhr

Im Streit um eine kaputte Zugtoilette bleibt es fraglich, ob eine Bahnreisende wegen eines Malheurs mit Schmerzensgeld rechnen kann. Vor dem Landgericht Trier äußerte der Vorsitzende Richter Thomas Henrichs am Freitag in einem Berufungsprozess Bedenken. „Ich habe da Probleme. Das muss noch ausgiebig geprüft werden“, sagte er. Möglicherweise hätte die Frau „ihr Dilemma“ verhindern können, wenn sie bei einem der gut 20 Stopps an der Moselstrecke ausgestiegen wäre, um zur Toilette zu gehen.

Die Frau hatte die Bahn auf Schmerzensgeld in Höhe von 400 Euro verklagt, weil in einer Regionalbahn von Koblenz nach Trier die einzige Toilette im Zug defekt war. Fast zwei Stunden lang habe sie bei der Fahrt im Oktober 2014 ihren Harndrang unterdrücken müssen, was ihr Schmerzen verursacht habe. Nach Ankunft am Trierer Bahnhof sei „alles in die Hose gegangen“.

Das Amtsgericht Trier hatte die Deutsche Bahn Regio AG im Juli vergangenen Jahres zu 200 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Sie habe sich einer Pflichtverletzung schuldig gemacht, hieß es im Urteil. Die Bahn hatte Berufung eingelegt, weil sie der Ansicht ist, dass es keinen Rechtsanspruch auf eine funktionierende Toilette in einem Nahverkehrszug gibt. Zudem zielte sie auf die Eigenverantwortung der Bahnreisenden ab. Jeder müsse seinen Toilettengang im Griff haben, sagte Henrichs über die Position der Bahn.

Aus dem Beförderungsauftrag der Bahn ergebe sich keine Pflichtverletzung, sagte der Richter weiter. Es gehe in diesem Prozess nicht um ein grundsätzliches Urteil, sondern um einen besonderen Einzelfall. Es stelle sich die Frage, ob die Klägerin nicht „durch ein ihr zumutbares Verhalten selbst die schlimme Geschichte am Ende verhindern hätte können“. Wäre sie an einem der größeren Bahnhöfe an der Strecke ausgestiegen, hätte sie einen anderen Zug zur Weiterfahrt nutzen können.

Dadurch, dass sie das nicht tat, habe sie ein „Risiko auf sich genommen“. Henrichs regte eine gütliche Einigung an, die seiner Ansicht nach „die höchsten Chancen“ hätte, die Interessen beider Seiten zu befriedigen. Der Anwalt der Klägerin lehnte dies ab. „Meine Mandantin möchte eine Bestätigung des ersten Urteils.“

Der Anwalt der Bahn betonte: „Das hauptsächliche Problem an dem ersten Urteil ist das Postulat, dass jeder Zug eine funktionierende Toilette haben muss.“ Das sei aus rechtlichen Gründen falsch. Die Bahn sehe aber, dass die Frau sich in einer „menschlich schwierigen Situation“ befunden habe. Daher habe sie ihr aus Kulanzgründen auch Schmerzensgeld in Höhe vom mehreren Hundert Euro angeboten. Das Urteil soll am 19. Februar verkündet werden. (dpa)

Weitere Business Travel-News

British Airways
(0)

Gewerkschaft Unite ruft zum Streik auf

Flugbegleiter sollen Dienste der British Airways von und nach London-Heathrow sieben Tage lang bestreiken. Bislang gingen die Ausstände der Gewerkschaft Unite dort vergleichsweise glimpflich aus. mehr

 

Reisemesse
(0)

Für Travel und Event Manager

Mailands BIT geht mit einem neuen Konzept an den Start, das sich auch an Veranstaltungsplaner und Travel Manager richtet. Über die Messe in Mailand sprach BizTravel mit BIT-Chefin Simona Greco. mehr

 

Leonardo Hotels
(0)

Neues Haus in Warschau öffnet

Das bisherige JM Hotel Warsaw Center öffnet vom 15. März 2017 an seine Türen als Leonardo Royal Hotel Warsaw. Es befindet sich in den Etagen 18 bis 27 des JM-Towers. mehr

 

Finnland
(0)

Flughäfen werden im März bestreikt

Zwischen dem 3. und 10. März tritt das Boderpersonal an finnischen Airports gelegentlich in den Ausstand. Das betrifft auch die Sicherheitskontrollen und die Enteisung. mehr

 

BizTravel für unterwegs

Kennen Sie schon den mobilen Auftritt von BizTravel? Unter mobil.biztravel.de lassen sich die News der Branche optimal auf dem Smartphone lesen – und zwar unabhängig vom Betriebssystem.

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media