Design-Ikone aus Kopenhagen

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Room 606 renoviert

Das Radisson Royal Hotel in Kopenhagen von 1960 gilt als Ikone des dänischen Design. Nun ist eine Modernisierung geplant.

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von Oliver Graue, 31.03.2016, 09:00 Uhr
Berühmt: Zimmer 606 des Radisson Hotel Royal.
Foto: Radisson

Das Ei und der Schwan sind Design-Klassiker. Und wer die Sessel- und Sofamodelle in ihrem Originalzustand erleben will, der checkt in Zimmer 606 des Kopenhagener Radisson Blu Hotel Royal ein: Der Raum präsentiert sich genauso, wie ihn der dänische Architekt und Designer Arne Jacobsen einst entworfen hatte: schlicht möbliert, fast ganz in Grün, dabei zeitlos elegant. Das 1960 eröffnete Haus gehörte damals der Fluggesellschaft SAS, die ihren USA-Verkehr auf große Düsenmaschinen umstellen wollte und daher mit einem Anstieg der Touristenzahl rechnete. Arne Jacobsen sollte etwas erschaffen, das zum Symbol des Jet-Zeitalters würde.

Ein moderner Klassiker von Arne Jacobsen

Es wurde jedoch viel mehr – nämlich eine Design-Ikone, ein Sinnbild für dänische Gestaltungskunst. Jacobsen machte aus dem Hotel ein Gesamtkunstwerk: Er bestimmte das komplette Design, vom Gebäude über die Möbel, Lampen und Tischdecken bis hin zum Besteck in den Restaurants. Auch diesem Haus hat es die Möbel-, Mode- und Schmuckbranche des nordischen Landes zu verdanken, dass Dänemark heute als Mekka des minimalistisch-funktionalen Designs gilt. Ob der Sessel „Ei“, der Stuhl „Tropfen“ oder die Lampe „Artischocke“: Etliche Unternehmen, Museen und Läden locken heute Touristen in die Stadt oder werben um MICE-Veranstaltungen der etwas anderen Art.

Design-Hotel statt Museum

Umso ambitionierter ist das Vorhaben der Hotelkette Rezidor, ihr Vorzeigehaus nun einer Modernisierung zu unterziehen. „Wir wagen uns an ein Gebäude heran, das jedes Kind in Skandinavien kennt“, drückt Rose Anderson, Vice President Branding bei Rezidor, denn auch ihren Respekt aus. „Doch es muss ein, da wir kein Museum sein wollen und da die Menschen ihre Zeit im Hotelzimmer heute anders verbringen als noch vor 50 Jahren.“

Letzteres gilt für alle 280 Häuser der Marke Radisson. Peu à peu sollen die Schreibtische aus den Zimmern verschwinden, abgelöst von einem bequemen Sessel mit Blick in den Raum. Der Fußboden wird aus Holz statt aus Teppich sein, und das Bett endet am Kopfteil mit einem Sofa, darüber ein Spiegel über die gesamte Länge der Wand. Das Ziel der Kette ist klar. „Wir wollen uns künftig wieder eindeutig als Design-Hotels positionieren“, sagt Anderson, „und trotz dieser Kernkriterien soll es keine Hotel-Einheitsware mehr geben.“

Denn wie genau Sessel, Betten, Sofa und Lobby aussehen, soll jedes Land, jede Stadt für sich entscheiden. „Die Reisenden von heute wollen die lokale Kultur ihrer Ziele kennenlernen, und die muss sich im Hotelzimmer widerspiegeln.“ Im trendigen New York kann es also der Hängesessel sein, im geerdeten England hingegen die schwere Ledermontur.

Der Ei-Sessel bleibt

Und in Kopenhagen natürlich das dänische Design, geprägt vom eleganten Minimalismus Arne Jacobsens. Von ihm einst entworfene Details, die im Laufe der Jahre aus dem Gebrauch verschwanden, sollen wiederkehren, und erhalten bleibt natürlich der Ei-Sessel als stilprägendes Element. Künftig allerdings wird er nicht mehr in Grün, sondern in einem schwarz-weißen Zickzackmuster gehalten sein. Aus Zehntausenden Einsendungen eines Design-Wettbewerbs, zu dem Radisson im vorigen Jahr aufgerufen hatte, wurde dieses Muster als Zukunftsmodell auserkoren.

 
 
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