Deutsche Bahn Call a Bike

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Leihfahrräder werden zum großen Geschäft

Sie tragen Namen wie Ofo, Mobike oder Bluegogo – und sind die Lieblinge von Finanzinvestoren. Alle drei Unternehmen bieten in China Leihfahrrad-Systeme an, bewertet werden sie mit Milliardensummen. Nun nehmen sie Deutschland ins Visier.

von Tobias Pusch, 18.05.2017, 07:34 Uhr
Lidl-Bike mischt gerade den Leihfahrrad-Markt in Berlin auf.
Foto: Deutsche Bahn AG

Die Deutsche Bahn, mit Call a Bike hierzulande Marktführer, ist jedenfalls alarmiert. Daraus machte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber bei seinem Vortrag auf dem Kongress „Megatrends im Verkehr“ keinen Hehl: „Wenn die Fantasie des Kapitalmarktes derart groß ist, dann sollten wir als Deutsche Bahn bitte nicht glauben, dass das alles schon nicht so schlimm wird. Die chinesischen Leihfahrräder werden kommen, und zwar mit Wucht.“ Dabei würden die Unternehmen es auch auf Kundendaten absehen. „Man kann dann ja mal schauen, was man mit denen machen kann.“ Eine gewaltige Aufgabe habe der Konzern deswegen nun vor sich.

„Wir müssen uns um das Fahrradgeschäft in den Innenstädten viel mehr kümmern als wir das in der Vergangenheit getan haben. Das Thema wurde von uns bislang total stiefmütterlich behandelt“, so Huber, der sich sicher ist, dass das Nutzerpotenzial groß ist. „Fahrradmobilität nimmt extrem zu. In Kopenhagen werden zum Beispiel bereits 35 Prozent der innerstädtischen Verkehre auf diese Weise erledigt.“

Auch Deutsche würden das System schon bald genau so selbstverständlich nutzen wie heutzutage die S-Bahn. Letztendlich gehe es immer auch darum, „dass wir die Kunden in unser System bekommen. Wenn ich es dank Call a Bike schaffe, dem Nutzer irgendwann einmal eine Fernverkehrsfahrkarte zu verkaufen, dann mache ich das natürlich.“

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