Den 20. Januar 2000 vergessen die Mitarbeiter der finnischen Schiffsreinigung Hans Langh nicht. Damals wurden sie zu einem ihrer spektakulärsten Einsätze gerufen: Vor der Küste Afrikas war ein 40.000-Tonnen-Schiff havariert. „Ein Feuer hatte den Maschinenraum schwer beschädigt, zudem waren riesige Mengen Schweröl ausgelaufen“, erinnert sich Hans-Langh-Manager Tuomo Nieminen. Kurz nach dem Anruf, um vier Uhr morgens, flog ein Neun-Mann-Team von der finnischen Hauptstadt Helsinki über Brüßel in den Senegal, wo das Schiff lag. Für die Firma Langh, die sich auf Schiffsreinigung spezialisiert, ist Zeit oftmals wichtiger als Geld. Binnen weniger Stunden nach dem Hilferuf wird gestartet. „Wir müßen den ersten Flug nehmen, den es gibt“, sagt Tuomo. Die bis zu 1000 Kilogramm gefährlicher Reinigungschemikalien werden heute meist von internationalen Spezialisten vor Ort geliefert. „Seit dem 11. November 2001 ist es kompliziert, diese Stoffe mitzunehmen“, erklärt Nieminen. Die sonstige Ausrüstung allerdings wird per Spezialtransport zum Einsatzort geflogen. Es sei denn, die Zeit drängt – wie im Fall Senegal. „Da mußten wir alles selbst mitnehmen“, erzählt Nieminen und schmunzelt: „Die Dame am Flugschalter wurde sehr stutzig, als sie uns die Rechnung fürs übergepäck präsentierte.“ Die belief sich nämlich auf über 10.000 Euro.
Seit 35 Jahren spezialisiert sich das Unternehmen Hans Langh im finnischen Turku auf Schiffsreinigungen. Die 35 Mitarbeiter werden oft zu havarierten Ozeanriesen gerufen – weil der Maschinenraum brannte oder weil es eine Explosion an Bord gab. Zum Equipment zählen neben speziellen Chemikalien auch Hochdruckreiniger bis zu 2000 Bar. Das Reinigungsteam rückt meist sofort nach dem Hilferuf aus. Flüge und Hotels werden übers Reisebüro gebucht. „Wir verlaßen uns hundertprozentig auf unseren Partner“, sagt Langh-Chef Tuomo Nieminen. Das muss er: Bei Einsatzgebieten wie Afrika oder Neukaledonien ist es oft kompliziert, passende Flugverbindungen zu finden.