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Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

Die Kollegen meinen es ja witzig. Und anfangs konnte man auch wirklich drüber lachen. Inzwischen aber sind viele Sprüche eher anstrengend: Weil man sie ungefähr fünf Mal täglich hört.

02.01.2012, 11:04 Uhr

Von Oliver Graue

Diese Tage liebe ich! Kaum sitze ich an meinem Redaktionsschreibtisch, kommt die junge Kollegin angestürmt und fragt mich lauthals: "Na, alles Roger in Kambodscha?" Gerade will ich antworten, da setzt sie nach: "Das kann ja wohl nicht Warstein! Wo ist denn mein Schlepptop?" Immerhin: Kollegin I. kann es ihr verraten, woraufhin sie ein kräftiges "Schankedöhn!" erntet. Und sich zu meiner Enttäuschung mit einem ebenso heftigen "Schitteböhn!" revanchiert.

Witzig? Ja, wenn die Wortschöpfung neu ist. Nein, wenn die Kollegen zum x-ten Male behaupten: "Das tangiert mich nur peripher". Oder: "In diesem Sinne, ab in die Rinne." Zum Bleistift. Oder wenn sie mich in der Kantine auffordern: "Stück mal nen Rück!" Zack die Bohne – und ich bin genervt. Nicht selten setzt ein zufällig vorbeikommender Kumpel dem Ganzen die Krone auf: "Du hier und nicht in Hollywood?" Wutschnaubend bleibt mir dann nur ein "Sorry, bin voll im Stretch". Und schon sind alle Klarheiten beseitigt.

Manchmal macht sich auch nur mein Handy bemerkbar – und kurz darauf Kollege G.: "Dein Teflon klingelt!" Drangehen? Nein, rät mir G.: "Wenn der Kuchen spricht, schweigt der Krümel." So sieht's aus im Schneckenhaus.

Was tun gegen derlei Sprüche? "Einfach imprägnieren", riet mir kürzlich ein Kumpel. Ein Vorschlag, über den ich mich natürlich sehr freute und entsprechend reagierte: "Das ist ja schön, mein lieber Föhn." Und bevor es allzu eiter wird, veraschiedete ich mich lieber: Paris, Athen – auf Wiedersehen!

Ihnen reicht es? Dann bedenken Sie: Nur die Harten kommen in den Garten! Alles klärchen? Okay, ich habe ein Einsehen. Auf Video sehen, Tschö mit Ö. Und natürlich: Bis Baldrian!

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