Dossier Elektroindustrie (Teil 1)

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USA und China sind Hauptreiseländer

Die Exporte in der Elektro- und Elektronik-Branche boomen. Im vergangenen Jahr wurde erstmals die Marke von 160 Mrd. Euro überschritten.

von Oliver Graue, 26.10.2015, 09:37 Uhr
Letzte Hand legt dieser Bombardier-Mitarbeiter an einem Elektrotriebwagen "Talent 2" an.
Foto: imago/Jürgen Heinrich

Niemals zuvor haben die deutschen Elektro- und Elektronik-Unternehmen so viele Waren ausgeführt wie 2014. Mit einem Gesamtwert von 165,5 Mrd. Euro (plus 4,9 Prozent) wurde „erstmals überhaupt die Marke von 160 Mrd. Euro überschritten“, schwärmt Andreas Gontermann, Chefsvolkswirt des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronik-Industrie (ZVEI). Ebenfalls auf Rekordniveau bewegen sich die Einfuhren mit 145 Mrd. Euro.

Doch ausgerechnet der Sieger des vergangenen Jahres schwächelt inzwischen ein wenig: China hatte sich 2014 mit 14,9 Mrd. Euro (plus 16,1 Prozent) auf Platz 1 katapultiert. Zwar erreicht das Land diese Werte derzeit nicht mehr, dank verschiedenster Großaufträge aus den USA und Europa legt die Branche jedoch weiter zu. Allein für Juni 2015 verzeichneten die deutschen Firmen ein Bestellplus von 23 Prozent. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme in China, aber auch in Russland und Brasilien erwarten die meisten Unternehmen jedoch keine bessere Gesamtbilanz für dieses Jahr als für 2014. Nach wie vor zählt China neben den USA und den europäischen Ländern jedoch zu den am häufigsten bereisten Destinationen der Branche.

Ihre größte Hoffnung setzt die deutsche Elektro- und Elektronik-Industrie auf die elektronischen Bauelemente (Halbleiter), auf elektrische Antriebe, Schaltgeräte, die Energietechnik und die Elektromedizin. Auch im Automobilbau – insbesondere bei Abstandssensoren und Fahrassistenzsystemen – sieht man enormes Potenzial.

Nach dem Maschinenbau ist die Elektro-Industrie mit 845.000 Arbeitsplätzen die zweitgrößte Branche im Land. Umsatzmäßig liegt sie mit knapp 172 Mrd. Euro (12 Prozent Anteil an der Industrieproduktion insgesamt) allerdings deutlich hinter Autobranche, Maschinenbau und chemischer Industrie zurück.

Foto: BizTravel

EU sorgt für enormes Wachstum

Die stagnierende Wirtschaft in China treibt auch der deutschen Elektro-Industrie Sorgenfalten auf die Stirn. Hinzu kommen die massiven Verluste im Russland- Geschäft sowie der ökonomische Abwärtstrend in Brasilien. Immerhin ist kaum eine Branche derart vom Export abhängig wie die der Elektrotechnik: Bei einem Gesamtumsatz von 172 Mrd. Euro gingen 2014 Produkte im Wert von 165,5 Mrd. Euro ins Ausland. Ein eventuelles Klagen wäre allerdings ein solches auf sehr hohem Niveau. Denn derzeit hecheln die deutschen Unternehmen von einem Exportrekord zum nächsten, und die Rückgänge in den genannten Staaten werden durch enorme Zuwachsraten an anderer Stelle mehr als wettgemacht. Insgesamt verzeichnete die Branche auch im 1. Halbjahr 2015 ein Wachstum von knapp 14 % gegenüber Vorjahr. Vor allem die USA bestellen immer mehr Elektrotechnik aus Deutschland (+ 20 % gegenüber 2014) und haben China als Spitzenreiter überrundet. Den Löwenanteil ihres Auslandsumsatzes machen die heimischen Betriebe jedoch in den EU-28-Staaten (EU plus Norwegen/Schweiz/Türkei): Allein Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Italien importieren gemeinsam fast dreimal so viel wie die USA. Dabei legen Großbritannien, Holland und Spanien prozentual sogar zweistellig zu.

Über einen kräftigen Nachfrageschub in den Top-10-Ländern freut sich die deutsche Elektrowirtschaft vor allem bei Polen (+ 32 %), das inzwischen schon halb so viele Produkte importiert wie Spitzenreiter USA. Aber auch Tschechien (+ 8,7 %) und die Schweiz (+ 9,8 %) legen hier weiter zu. Die insgesamt größten Zuwachsraten im Vergleich zum Vorjahr kommen – außer aus Polen – aus Schweden (+ 32,6 %), aus Mexiko (+ 31,6 %) und aus Finnland (+ 28,8 %).

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