Dossier Elektroindustrie (Teil 2)

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So plant Siemens seine Reisen

Unter den Top-100-Arbeitgebern der Welt befinden sich nur zwei Elektrotechnik-Firmen. Viele Mittelständler sind dennoch Weltmarktführer.

von Oliver Graue, Martin Jürs, 26.10.2015, 09:50 Uhr
Elektrotechnik: Mittelständler sind führend.
Foto: Phoenix Contact

Zugegeben, gegen die Ölindustrie haben sie keine Chance. Auch wenn es in der lukrativsten und reichsten Branche der Welt derzeit kriselt, weil die Preise für das schwarze Gold im Keller sind – mit Konzernen wie Exxon Mobile, Petrochina, Petrobas, Shell oder Chevron dominieren sie dennoch klar die Top 20 der weltweit größten Unternehmen. Auf Platz 19 folgt mit GE immerhin ein Mischkonzern, der unter anderem im Elektrobereich tätig ist, und dasselbe gilt für Siemens auf Rang 52. Nicht viel anders sieht es beim Blick auf Deutschland aus. Hier führt der Münchner Konzern das Feld der deutschen Elektrotechniker an (Platz 7 mit einem Umsatz von 72 Mrd. Euro), und in den Top 100 findet sich lediglich noch ein weiteres Unternehmen der Branche – Bosch auf Platz 14 mit 49 Mrd. Euro Umsatz.

Oft noch in Familienbesitz

Große Unternehmen im deutschsprachigen Raum sind ferner beispielsweise Osram, ABB, Phoenix Contact, Leoni, Rohde & Schwarz, Harting, Balluff, Marquardt, Weidmüller, Mennekes, Semikron, Zollner und EBM Papst. Obwohl eine Reihe der deutschen Betriebe in ihren jeweiligen Bereichen sogar als Weltmarktführer agiert, befinden sie sich häufig nach wie vor in Familienbesitz. Gerade in der Elektrotechnik wird die typische mittelständische Struktur des hiesigen Marktes deutlich. Rund 1200 Unternehmen sind in dem 1893 gegründeten Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) zusammengeschlossen.

Da viele Firmen global tätig sind und über Töchter in den verschiedensten Staaten und Kontinenten verfügen, ist ihre Geschäftsreiseaktivität oft ausgeprägt. So verfügt der Siemens-Konzern über den deutschlandweit größten Etat für Geschäftsreisen. Er dürfte im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen. Anfang des Jahres hatte Travel Manager Thorsten Eicke jedoch einen radikalen Sparkurs verkündet: Um insgesamt 100 Mio. Euro wollen die Münchner ihre Kosten für Dienstreisen reduzieren. Ganz besonders setzt Eicke dabei auf den Bereich Flug: Um günstige Tarife nutzen zu können, sollen nur noch frühzeitige Buchungen gestattet sein. Kurzfristig reservieren sollen nur noch Techniker oder Ingenieure dürfen, die im Notfall schnell vor Ort sein müssen.

Siemens: Radikaler Sparkurs

Und auch im Reisebüro-Bereich hat Siemens den Rotstift angesetzt. So betreut ab Januar kommenden Jahres nur noch BCD die Dienstreisen des Konzerns. Zuvor waren zusätzlich noch CWT und FCM mit im Boot. BCD dürfte, um den Zuschlag bei Siemens zu erhalten, enorme preisliche Zugeständnisse gemacht haben. Zudem will Eicke verstärkt verstärkt auf Technik im Travel Management setzen. So sollen die Siemens-Mitarbeiter ihre Flüge künftig selbst per App umbuchen können. Neu ausgeschrieben wurde auch der Vertrag mit dem Kreditkartenpartner American Express.

Bei der Neustrukturierung des Travel Managements ging es Siemens allerdings nicht nur um den Kostenaspekt. Grundsätzlich habe es an dieser Stelle im Konzern in den vergangenen Jahren etwas gehakt. „Wir waren in der Champions League nicht mehr die Nummer eins. Da wollen wir aber wieder hin.“

MICE bei Siemens: Kooperation bringt Transparenz

Nicht allein sein Travel Management krempelt Siemens derzeit kräftig um. Betroffen ist auch das Meeting Management. Hier konnte sich jetzt American Express Global Business Travel (Amex GBT) durchsetzen und den Etat für Deutschland gewinnen. Ein Team von derzeit sechs festen und diversen freien Mitarbeitern ist für weit mehr als 1000 Meetings und Events mit einer Mindestteilnehmerzahl von zehn Personen zuständig.

Ein genauer Überblick über die Kosten fehlt aktueIl. Um künftig Transparenz und niedrigere Preise zu erzielen, werden alle Veranstaltungen samt Hotel zentral über die US-amerikanische MICE-Plattform Cvent gebucht. Alle Veranstaltungsanfragen gehen über dieses System und landen bei Amex. Der Dienstleister sucht via Cvent dann 3 bis 4 Hotels aus, fragt diese an – und die Abteilung sucht sich das Passende heraus.


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