Dossier Elektroindustrie (Teil 4)

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Die wichtigsten Europa-Flüge

Billigflieger und Billigmarken der etablierten Fluggesellschaften wachsen stark. Zugleich verwischen die Grenzen zwischen den Segmenten.

von Oliver Graue, 26.10.2015, 10:37 Uhr
Istanbul: Flughafen Atatürk
Foto: Ataturk Airport

Ihr Ticketverkauf läuft heiß, und längst haben sie die Geschäftsreisenden im Visier: Europas Billigflieger verzeichnen Jahr für Jahr zweistellige Zuwachsraten. An der Spitze stehen Ryanair und Easyjet, aber auch Konkurrenten wie Wizz Air, Norwegian und Vueling legen weiter zu. In Deutschland führend ist natürlich die Lufthansa-Tochter Germanwings. Viele Branchenbeobachter prognostizieren: Schon bald werden Billigflieger und Billigmarken den innereuropäischen Luftverkehr dominieren. Für die klassischen Airlines bleiben die Mittel- und Fernstrecken.

Extrageld für Extraleistung

Auch wenn dieser Vorhersage kaum widersprochen wird – eine Frage bleibt: Was genau sind Billigflieger? Tatsache ist, dass die Grenze zwischen den Segmenten verschwimmt. Am deutlichsten wird dies bei der Lufthansa, die als etablierte Fluggesellschaft innerhalb Europa ausschließlich unter der Marke Germanwings fliegt, sieht man einmal von den Zubringerstrecken nach Frankfurt und München ab. Und etliche Konkurrenten sind dabei, es der deutschen Gesellschaft gleichzutun: Sie sind als Hop (Air France), Transavia (KLM) oder Iberia Express und Vueling (beides Iberia) unterwegs.

Hinzu kommt: Selbst für Flüge unter ihrer traditionellen Marke sind Billigtickets zu haben. Allerdings sind diese ähnlich restriktiv wie bei den klassischen Billigfliegern: Für jede Zusatzleistung muss gesondert bezahlt werden – egal ob für Platzreservierung oder für den Koffer. Erlaubt ist lediglich Handgepäck, und dessen Gewicht wird oft streng kontrolliert. Sowohl Lufthansa (Economy Light) als auch Air Berlin (Just Fly) haben gerade erst derartige Tarife eingeführt.

Weitere Frage: Sind die sogenannten Billigflieger überhaupt noch Billigflieger? Fast alle Luftfahrtstudien zählen Air Berlin in dieses Segment – dem aber dürften Travel Manager entschieden widersprechen. Aber auch Gesellschaften wie Easyjet geben sich mittlerweile genauso etabliert wie manch etablierte Airline: Die Briten sind über Reisebüro und Reservierungssysteme zu buchen, und selbst Ryanair wählt seit Kurzem diesen Weg.

Billigheimer ganz konservativ

Beide Airlines – aber auch Vueling – bieten Geschäftsreisenden zudem das „volle Paket" an, inklusive Gepäck, Platzreservierung und Umbuchbarkeit. Natürlich sind die Preise dann höher, und auf Travel Manager kommt die komplizierte Aufgabe zu, alle Angebote zu vergleichen. Nicht gerade einfach, wenn sich die Inhalte stark unterscheiden und es vor allem für selbst buchende Reisende mehr und mehr zur eigenen Wissenschaft wird!

Einen Sonderfall stellen die Regional-Airlines dar, die mit kleinen Maschinen kürzere Strecken fliegen. Gesellschaften wie Intersky, Skywork, VLM oder BMI profitieren davon, dass sie solche Flughäfen anfliegen, die von den Großen in der Regel links liegen gelassen werden – egal ob Bern, Antwerpen oder London City-Airport. Geschäftsreisenden bringen diese Landeplätze sie jedoch den großen Vorteil, sehr viel schneller am Ort des Termins und wieder zurück
zu sein.

Was sich auch verändert: Waren Monopol-Strecken für die klassischen Fluggesellschaften früher ein sicheres Boot und konnten sie dort hohe Ticketpreise verlangen, macht ihnen hier mehr und mehr die Bahn einen Strich durch die Rechnung. Dort, wo Hochgeschwindigkeitszüge verkehren, locken diese auch auf Europa-Strecken Geschäftsreisende auf die Schiene. Zwischen Hamburg und Berlin etwa haben die Airlines längst aufgegeben, 2017 könnte die Strecke München– Berlin ein ähnliches Schicksal erleiden, denn dann soll dort ein schneller ICE verkehren.

Noch allerdings scheint ein grundlegender Wandel nicht in Sicht: Mit 30.000 Flügen pro Tag ist der europäische Luftraum so stark genutzt wie kaum ein anderer auf der Welt. Und selbst klassische Airlines wie British Airways, Alitalia oder Lufthansa sind derzeit mit Zuwächsen und Gewinnen unterwegs, was allerdings auch an den momentan niedrigen Kerosinpreisen liegen mag.

Foto: BizTravel

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