Dossier Energie-Branche (Teil 1)

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Reisebranche und Ölpreis-Krise

Billiges Öl, Atom- und Kohleausstieg bringen die Energieunternehmen in eine schwierige Lage. Konsolidierung, Umbau und neue Business-Modelle sind die Folge.

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von Oliver Graue, Martin Jürs, 03.03.2016, 16:27 Uhr
Billiges Öl und Atomausstieg zwingen zu neuen Business-Modellen.
Foto: RWE AG

Der Schock sitzt tief. Die extremen Niedrigpreise beim Öl stellen nicht nur die Energie-Industrie, sondern die gesamte Weltwirtschaft auf den Kopf. Natürlich ist die Branche selbst besonders betroffen. Ölstaaten wie Saudi-Arabien, Schottland und Norwegen treten so drastisch wie nie auf ihre Ausgabenbremse; für Russland oder Venezuela sind die Tiefpreise existenzgefährdend. Konzerne wie BP entlassen Zehntausende ihrer Mitarbeiter, schreiben Rekordverluste – und jedes dritte Ölunternehmen steht 2016 sogar vor der Pleite.

Aber auch die Zulieferer und Anlagenbauer der Ölindustrie leiden: Die Siemens-Tochter Dresser Rand etwa, die Öl- und Gasunternehmen, Raffinerien und Förderer mit entsprechender Technik ausrüstet, ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Ludwigshafener BASF gelingt es noch, die Verluste ihrer Tochter Wintershall im Ölgeschäft mit Gewinnen aus anderen Sparten, etwa dem Kunststoff, auszugleichen. Und die vorzeitige Kündigung wichtiger Aufträge von Shell und Statoil musste zuletzt der schweizerische Bohrplattform-Vermieter Transocean verkünden. Für neue Kunden bohrt das Unternehmen inzwischen zu Discountpreisen.

Gebeutelt scheinen derzeit aber nicht allein jene Firmen, die etwas mit Öl zu tun haben. Zumindest in Deutschland macht der Ausstieg aus dem Atom- und Braunkohle-Strom auch anderen Anbietern zu schaffen: Eon, RWE, Vattenfall, EnBW & Co kämpfen mit der Energiewende. Radikale Umbauten innerhalb der Konzerne sind geplant, und selbst der Geschäftsreise-Bereich bleibt von der Konsolidierung nicht unberührt. Der Grund: Unrentable Kraftwerke und ein Überangebot an Ökostrom aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse drücken die Konzerne in die roten Zahlen. „Es geht ums Überleben“, formuliert es RWE-Kraftwerkschef Matthias Hartung drastisch.

Solar- und Windparks erweitert

Konzerne wie Stadtwerke versuchen nun, verlustreiche Sparten von denen, die sich um die erneuerbaren Energien ranken, zu trennen. Letztere wiederum werden gestärkt. So will Vattenfall riesige Solarparks errichten und seine Investitionen in Windstrom verdoppeln. RWE will die Hälfte der Erlöse, die der Börsengang seiner neuen Öko-Tochter bringt, in den Ausbau der regenerativen Energien stecken. Erst 2015 hat der Konzern den Windpark vor Helgoland in Betrieb genommen. Im Gegenzug werden ganze Sparten wie die des Öls oder des Braunkohleabbaus etwa an russische und tschechische Betreiber verkauft.

Es wird aber auch gespart: Sowohl bei den Sachausgaben als auch bei Personal und Dienstreisen setzen Konzerne und Förderer den Rotstift zum Teil drastisch an. Das wiederum spüren die Geschäftsreiseketten. Neue Einnahmequellen, welche die reine Stromerzeugung erzänzen sollen, werden schließlich in Dienstleistungen gesucht: vom steuerbaren Smart Home bis zum Smart Meetering, das bisherige normale Abschläge durch eine bedarfsgenaue Abrechnung ersetzt.

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