Dossier Maschinen- und Anlagenbau (Teil 1)

(0)

Branche mit hohem Exportanteil

Trotz Russland-Krise zeigt sich die Maschinenbau-Branche stabil. Das beschäftigungsstarke Segment lebt vom Export; die Zahl der Reisen ist hoch.

22.09.2015, 09:00 Uhr
Bis zu 85 % der Anlagen gehen ins Ausland.
Foto: VDM

Er gilt als „typisch deutsch", und tatsächlich ist er einer der wichtigsten Wirtschaftszweige hierzulande: Mit einem Jahresumsatz von 212 Mrd. Euro belegt der Maschinenbau Platz 2 hinter der Automobilherstellung. Was die Zahl der Beschäftigten angeht, steht er sogar ganz vorn: Mehr als eine Million Menschen arbeiten in einem der rund 6.400 Betriebe der Branche. Stärker als Deutschland sind nur China und die USA.

Was auffällt, ist die enorm hohe Exportquote des deutschen Maschinenbaus: Für mehr als 150 Mrd. Euro kaufen andere Staaten Produkte „made in Germany“. Umgekehrt investiert Deutschland gerade mal ein Drittel dieses Betrags in ausländische Angebote. In manchen Zweigen wie im Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenbau gehen sogar 85 Prozent der Anlagen über die Grenzen: Das Siegel der „deutschen Wertarbeit" gilt für diese Branche noch ganz besonders. Den größten Sektor der Industrie bilden übrigens die Werkzeugmaschinen vor der Antriebstechnik, den Fördermitteln, Pumpen und Baumaschinen.

Dabei dominieren in Deutschland zwei Konzerne das Feld – Siemens und Linde liegen umsatzmäßig etwa gleichauf. Mit deutlichem Abstand folgen auf den Plätzen Thyssen Krupp, Voith, Knorr-Bremse und Kion.

Foto: BizTravel


Global ist die Branche wie kaum eine andere: Nie wurde so viel exportiert wie im vergangenen Jahr. Ein bedeutendes Nachfrage-Plus verzeichneten die deutschen Unternehmen in EU-Staaten wie Großbritannien, Polen, Holland und Italien, besonders jedoch in den USA, die 2015 drauf und dran sind, China als bislang wichtigstes Abnahmeland für deutsche Maschinen zu überrunden. Deutlich zurück ging es hingegen in Südamerika (bis auf Brasilien) und ganz extrem in Russland. Insgesamt jedoch bleibt Asien stark. In 16 der 31 Fachzweige der Branche sind deutsche Unternehmen übrigens sogar Weltmarktführer.

China und die USA im Spitzenduell

Geht’s aufwärts mit dem deutschen Maschinenbau? Oder verliert die Branche? So hundertprozentig lässt sich das derzeit nicht sagten. Von einem „Auf und Ab der Bestellungen" berichten die Unternehmen und Verbände seit einigen Monaten. Fest steht nur: „Die Maschinenbau-Konjunktur hat noch keine richtige Fahrt aufgenommen", sagt Ralph Wiechers, Chefsvolkswirt der Branchenvereinigung VDMA. Ursache der Unklarheit sind die auseinandergehenden Entwicklungen in den wichtigsten Exportmärkten des deutschen Maschinenbaus. Vor allem die Russland-Krise hinterlässt tiefe Spuren: Das Riesenreich verbüßt allein fürs erste Quartal 2015 ein Minus von 28 Prozent gegenüber Vorjahr – und rutscht damit von Platz 4 auf Platz 10. Weiterer Grund zur Sorge: Statt in Deutschland bestellt Moskau nun verstärkt in China, und die Wettbewerber aus Fernost nehmen den hiesigen Anbietern immer mehr Marktanteile weg.

EU-Nachbarn sind stark

Umgekehrt allerdings ist China der nach wie vor größte Abnehmer von deutschen Maschinenbau-Erzeugnissen. 2014 glich es sogar die leichten Verluste vom Vorjahr wieder aus und steht klar auf Platz 1. Verfolger allerdings sind die USA, die ihre Einfuhren aus Deutschland 2014 weiter erhöht haben. Traditionell stark – aber schon mit klarem Abstand hinter den beiden Führenden – sind die Länder der EU. Wachstum verzeichneten im vorigen Jahr vor allem Großbritannien, die Niederlande, Polen (jeweils zweistellig) sowie Italien und Frankreich. Zunahmen gibt es auch bei europäischen Nicht-EU-Staaten, während die deutschen Maschinenlieferungen nach Brasilien, Korea, Indien und eben Russland teilweise sehr stark zurückgingen.

Fakt ist: Asien spielt mit einem Umsatz von etwa 40 Mrd. Euro (China davon 17 Mrd.) eine enorm wichtige Rolle. Wegen der Zahl der Geschäftsreisen in diese Region und der deutschen Töchter und Partner gilt der Kon- tinent auch als präferierte MICE-Destination der Branche. Wir stellen drei wichtige Desti- nationen vor: Seoul, das chinesischen Hu- angzhou sowie Taipeh. Am Ende des Dossiers geben wir einen Überblick über die Flug- routen nach Fernost.

Dossier: Maschinen- und Anlagenbau

Dossier Maschinen- und Anlagenbau (Teil 2)
(0)

Travel Management bei Arburg

Seit fast 60 Jahren stellt Arburg Spritzgießmaschinen für Kunststoff her. Kunden hat der Familienbetrieb weltweit. Dienstreisen werden intern gebucht. mehr

Dossier Maschinen- und Anlagenbau (Teil 3)
(0)

MICE-Tipps für Seoul, Hangzhou und Taipeh

Wissen für Travel Manager und Gechäftsreisende. mehr

Dossier Maschinen- und Anlagenbau (Teil 4)
(0)

Die besten Flüge nach Fernost

Die Bedeutung der ostasiatischen Region spiegelt sich in der hohen Zahl an Geschäftsflügen wider: Das Angebot für Travel Manager ist groß. mehr

 

Dossier: Stahlbranche

Dossier Stahlbranche (Teil 1)
(0)

Industrie im Umbruch

Chinesische Billig-Importe machen heimischen Stahlherstellern zu schaffen. Doch nach einigen dramatischen Jahren zeigen EU-Anti-Dumping-Initiativen nun erste positive Konsequenzen. mehr

Dossier Stahlbranche (Teil 2)
(0)

Deutsches Cowboy-Land in Texas

New York, Florida und Kalifornien gehören zu den beliebtesten US-Zielen deutscher Besucher. Ebenso faszinierend ist jedoch Texas, allein schon wegen seiner deutschen Vergangenheit. Eine spannende Region auch für MICE. mehr

 

Weitere Business Travel-Themen

Verpflegungspauschale
(0)

Neue Sachbezugswerte für 2017

Die amtlichen Werte, die für Mahlzeitengestellung außerhalb von Dienstreisen anzusetzen sind, wurden leicht erhöht. Der Betrag für Unterkunftskosten bleibt gleich. mehr

 
© 2017 FVW Medien GmbH, Alle Rechte vorbehalten
Impressum AGB Datenschutz Kontakt Media