Dossier Pharma-Branche (Teil 1)

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Ärzte im Reisefieber

Deutschland gehört zu den Top-4-Pharmamärkten weltweit. Der Außenhandel wächst, der Bedarf an Geschäftsreisen und MICE ist hoch.

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10.05.2016, 08:00 Uhr
Viele Millionen Euro investiert die Pharmabranche in die Forschung.
Foto: www.martinjoppen.de

Sie gehören nicht nur zu den wertvollsten Unternehmen in Deutschland und Europa, sondern auch zu jenen, die am stärksten wachsen: Die Betriebe der Pharmabranche legen seit 2013 um jeweils 5 bis 6 % pro Jahr zu. Vor allem zwei Gründe tragen zu dem steten Plus bei: zum einen die alternde Bevölkerung mit ihrer steigenden Nachfrage nach Medikamenten; zum anderen die hohe Zahl an Verkäufen, Übernahmen und Fusionen innerhalb der Branche.

Allein der US-Konzern Pfizer investierte 2015 mehr als 150 Mrd. Euro in die Übernahmen von Allergan und Hospira. Damit schwang sich das 1849 vom Ludwigsburger Karl Pfizer gegründete Unternehmen wieder zur weltweiten Nummer 1 auf vor den beiden schweizerischen Konkurrenten Novartis und Hoffmann-La Roche. Die Gewinnmarge bei Pfizer soll bei über 40 % liegen. Viel Geld fließt in die Entwicklung neuer Arzneien, wobei das Auslaufen entsprechender Patente oft herbe Umsatzverluste zur Folge hat.

Bayer-Konzern die Nummer eins

Deutschland gehört gemeinsam mit den USA, China und Japan zu den größten Pharmamärkten der Welt: Jährlich verbrauchen die Deutschen Arzneimittel im Wert von mehr als 40 Mrd. Euro. Größter Pharmakonzern in Deutschland ist Bayer. Die Leverkusener gelten mit einem Marktwert von 95 Mrd. Euro zugleich als das wertvollste Unternehmen hierzulande überhaupt.

Dabei ist die Branche von einem lebhaften Außenhandel geprägt. Sowohl dieser als auch die oft weltweit verzweigten Töchternetze von Konzernen sorgen für eine hohe Zahl an Geschäftsreisen. Ebenso groß ist der Bedarf an Tagungen, Kongressen und Events. Allerdings gehorchen die Pharmaanbieter hier ihren eigenen Gesetzen: Das Thema Compliance spielt eine enorme Rolle, und seit zwölf Jahren regelt der Pharma-Kodex die Zusammenarbeit von Konzernen und Ärzten.

Der Pharma-Kodex in der Praxis

Für die MICE-Planer in den Pharma-Unternehmen steigt der Aufwand weiter: Ab Jahresmitte müssen die Mitgliedsunternehmen des Vereins zur freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelproduktion (FSA) auf ihren Websites alle finanziellen Förderungen an Ärzte und Apotheker namentlich ausweisen (Transparenzkodex). Das gilt auch für Reise- und Hotelkosten bei MICE-Veranstaltungen. Deren Höhe soll künftig für jedermann online sichtbar sein – samt Namen der Mediziner. Dass bedeutet: Eventplaner müssen künftig sämtliche Kosten detailliert aufführen können; Pauschalbeihilfen, wie sie bislang noch Usus sind, sind dann nicht mehr möglich.

Den Verein FSA hatten die deutschen Pharmahersteller vor zwölf Jahren gegründet: Damals häuften sich Vorwürfe, bei den oft teuren Ärzte-Events handele es sich um Korruption, da die Unternehmen mit diesen die Verschreibepraxis der Mediziner in ihrem Sinne beeinflussen wollten. Bevor der Staat mit strengen Gesetzen aktiv würde, entschied man sich zur Selbstregulierung: Mit seinem Pharma-Kodex legt der FSA seither fest, wie Ärzteveranstaltungen aussehen dürfen, damit sie nicht als Bestechung gelten. Bei Verstößen kann eine Schiedsstelle Strafen von bis zu 400.000 Euro verhängen.

 
 
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