Dossier Reisebranche (Teil 1)

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So reisen die Touristiker

Auch von drohendem Terror lassen sich die Deutschen ihre Lust am Urlaub nicht verderben. Die Tourismusbranche sorgt inzwischen für 13 Prozent des Bruttosozialproduktes.

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von Oliver Graue, 02.09.2016, 16:06 Uhr
Bella Italia: Auf nach Portofino.
Foto: Thinkstock

Vom „Reiseweltmeister Deutschland“ ist oft die Rede – auch wenn nicht klar ist, ob wir diese Rolle angesichts der chinesischen Konkurrenz noch innehaben. Fakt ist jedoch: Das Reisen zählt zu den Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen. Im Durchschnitt knapp 21 Tage war jeder Mitbürger im vergangenen Jahr unterwegs, so viel wie nie zuvor. Laut Tourismusindex des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) wurden 2015 69 Mio. Urlaubsreisen unternommen, hinzu kommen 183 Mio. Geschäftsreisen (VDR). Diesen Berechnungen zufolge trägt der Tourismus damit fast 13 Prozent (265 Mrd. Euro) zum deutschen Bruttosozialprodukt bei – deutlich mehr als die Automobilindustrie, die in aller Regel als die bedeutendste Branche des Landes wahrgenommen wird.

Anders als etwa die skandinavischen Staaten buchen die Deutschen nach wie vor am liebsten über professionelle Reiseveranstalter und Reisebüros. Insgesamt 2000 Veranstalter und fast 10.000 Agenturen werben um die Gunst der Urlauber. Etwa 69.000 Menschen finden hier Arbeit; in der gesamten Reisebranche vom Hotel übers Restaurant bis zum Souvenirshop sind es sogar 2,9 Mio. und damit fast 7 Prozent aller deutschen Beschäftigten.

Reisende schichten um

Dabei schrieben die meisten Veranstalter 2015 zwar weiterhin ein Plus beim Umsatz und beim Gewinn. Doch Terroranschläge, Flüchtlinge, Brexit und die Lage in der Türkei zehren an den Nerven der Anbieter. Dieses Jahr zeigt sich bislang als Achterbahnfahrt: Während die Verkäufer von Kreuzfahrten und Fernreisen ein gutes Wachstum melden, geht es bei einst klassischen Ferienzielen wie der Türkei, Tunesien und Ägypten deutlich abwärts, wovon wiederum Spanien, Portugal und Griechenland profitieren. Die Veranstalter haben denn auch immer mehr Karibik, USA, Asien, arabische Emirate und Kanaren in ihren Katalogen – und der Reiz der Kreuzfahrt ist ungebrochen. Größter Anbieter in Deutschland ist mit Abstand die TUI (4,5 Mrd. Euro Umsatz und 6,3 Mio. Kunden) vor Thomas Cook, der Rewe-Tochter DER Touristik, FTI, Alltours und Aida Cruises.

71 Prozent im Ausland

Die weitaus meisten Deutschen zieht es zur Erholung ins Ausland. Während 29 Prozent die schönste Zeit des Jahres zwischen Bayern und Schleswig-Holstein verbringen, sind 71 Prozent außerhalb des Landes unterwegs. Mit Abstand die meisten (37 Prozent) bevorzugen dabei Mittelmeerländer wie Spanien, Italien, Kroatien, Griechenland und die Türkei; den zweitgrößten Block mit knapp 13 Prozent können die westeuropäischen Nachbarn wie Österreich, Holland, Frankreich und die Schweiz auf sich vereinigen. Bei denen, die eine Fernreise antreten (8,1 Prozent), stehen die USA als meistgebuchtes Ziel an erster Stelle. Klares Lieblingsland bleibt allerdings Spanien – natürlich dank Mallorca und der Kanaren.

Dabei sind die Reiseanbieter auch selbst oft genug auf Reisen – auf Geschäftsreisen, versteht sich. Wie andere Branchen verhandeln sie mit ihren Partnern in aller Welt, kaufen Hotelkapazitäten ein, sind zu Produkterkundungen (Info-Reisen oder Fam-Trips) unterwegs, besuchen Messen und Kongresse, arbeiten auf Kreuzfahrtschiffen oder in Clubanlagen oder verbringen als Airline-Crews ihre sogenannten Layover-Zeiten zwischen den Flügen im Ausland. Natürlich macht all dies nur einen Bruchteil davon aus, was die Tourismusbranche insgesamt umsetzt. Es ist aber die Voraussetzung dafür.

 
 
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