Dossier Textilbranche (Teil 2)

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Singapur, Bangkok, Kuala Lumpur

Wichtige Drehscheiben und damit MICE-Ziele der Textilbranche sind Singapur, Bangkok und Kuala Lumpur – wir stellen sie vor.

von Oliver Graue, 25.03.2015, 09:00 Uhr
Singapur: Marina Bay Sands
Foto: Thinkstock

Singapur: Die Löwenstadt

Strategisch perfekt gelegen, gut erreichbar, sicher und modern: Der südostasiatische Stadtstaat gilt inzwischen als eines der wichtigsten MICE-Ziele weltweit.

Singapur boomt: Nie zuvor kamen so viele Geschäftsreisende und Touristen aus Deutschland in den südostasiatischen Stadtstaat wie im vergangenen Jahr. Allein zwischen Januar und Juli 2014 zählte man 150.000 Ankünfte – ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber 2013. Als attraktiv für Business Traveller erweisen sich die gute Erreichbarkeit, die strategisch hervorragende Lage sowie die moderne Infrastruktur Singapurs. Zahlreiche deutsche Unternehmen führen dort ihre Südostasien-Filiale oder nutzen das MICE-Angebot des Landes, das flächenmäßig zwar kleiner ist als Hamburg, jedoch zu den wirtschaftlich stärksten Staaten der Welt gehört. Vorteil für MICE-Planer: Auf kleinem Raum finden sie alles, was für ein erfolgreiches Meeting oder Event nötig ist – von modernen Tagungszentren wie Suntec, Singapore Expo und Raffles City Convention Centre bis zu den mehr als 150 Hotels. Sehenswürdigkeiten wie die künstlichen Riesenbäume „Gardens by the Bay“, die River Safari direkt neben dem Zoo oder die Stadtviertel Chinatown, Little India und Arab Street sorgen für den kulturellen Rahmen.

Singapur in Kürze

Anreise: Nonstop mit Lufthansa und SIA, daneben etliche Umsteigestrecken. Der Flughafen Changi ist großzügig eingerichtet – mit Wald und Fischteich. Taxi ins Zentrum ca. 12 Euro.

Infos: Kein Visum nötig. Währung: 1 Euro = 1,5 Singapur-Dollar. Zeit: MEZ +7 Stunden. Temperatur ganzjährig ca. 30 Grad.

Infrastruktur: 150 Hotels in allen Preisklassen, umfassend ausgebauter Nahverkehr mit Bus und U-Bahn (MRT).

Sprache: Englisch ist offizielle Amtssprache, und vor allem jüngere Einwohner Singapurs sprechen sie als zweite Muttersprache neben Chinesisch, Malaiisch oder Tamil.

Mix der Kulturen: Gut 76% der Singapurer sind Chinesen, 14% Malaien und 8% Inder. Eindrucksvoll ist der buddhistische Tempel in Chinatown mit seinen Abertausenden Buddha- Figuren. Nicht weit entfernt befindet sich der Sri-Mariamman-Tempel, und die Arab Street mit der riesigen Sultan-Moschee wird von Dutzenden Stoff- und Textilgeschäften geprägt.

Attraktionen: Fast im Jahresrhythmus entstehen in Singapur neue Attraktionen – eine faszinierender und verrückter als die andere. Zu den neuesten zählt die River Safari: eine 120.000 qm große Landschaft, in der die acht bedeutendsten Flusslandschaften der Welt nachgebildet wurden – mit Tausenden Tier- und Pflanzenarten. Faszinierend sind auch die 18 künstlichen Superbäume in den Gardens by the Bay: Ihr Stamm und ihre pinkfarbenen Äste aus Stahl sind mit vertikalen Beeten versehen. In etwa 20 Meter Höhe lässt es sich auf einem Steg zwischen den Bäumen wandeln. Spektakulär sind zudem zwei riesige Gewächshäuser (Flower Dome und Cloud Forest), die 220.000 Pflanzen beherbergen.

Sicher und sauber: Gastfreundschaft und Service sind in Singapur eine Selbstverständlichkeit; Kriminalität ist fast unbekannt. Müll sollte man niemals auf die Straße werfen.

Zum Knigge Singapur

Bangkok: Viele Gesichter

Die lebhafte Metropole ist Verkehrsdrehkreuz und populäres MICE-Ziel.

Als das „Herz Asiens“ definiert sich Thailands Hauptstadt Bangkok. Richtig ist, dass die 7-Millionen-Einwohner-Metropole zu den quirligsten Städten des Kontinents gehört – und zu den buntesten. Exotische Tempel finden sich hier ebenso wie prachtvolle Gärten, schäbige Hütten ebenso wie moderne Wolkenkratzer, und selbst im dichtesten Verkehr begegnet man etlichen Mönchen in ihren orangefarbenen Kostümen, die Almosen sammeln. Mehr als 80 Airlines fliegen die bestens angebundene Megastadt an, und in Sachen MICE punktet Bangkok mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bangkok in Kürze

Flughafen: Thai und LH fliegen direkt, daneben etliche Umsteigstrecken. Vom Flughafen verkehren Expresszüge bis zur Station Makkasan, wo man in die Metro umsteigt.

Infos: Visum bei Ankunft. Währung: 1 Euro = 37 Bath. Zeit: MEZ +6 Stunden. Ganzjährig ca. 30 Grad, sehr schwül.

Nahverkehr: Busse und Schwebebahn, dazu Taxis (Taxameter!) und dreirädrige Tuk Tuks (Preis vereinbaren!).

Sprache: Amtssprache ist zwar Thai, Englisch gilt jedoch als Handelssprache.

Bevölkerung: Von den fast 7 Mio. Einwohnern Bangkoks sind 95% Buddhisten. Bis heute wird aber auch die Königsfamilie auf fast religiöse Weise verehrt.

Attraktionen: Bangkok hat eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten zu bieten – wegen des sehr dichten Verkehrs darf man den Tag aber nicht überladen. Daher gut planen, was man sich anschauen möchte! Ein Einstieg können die Fahrt mit der Schwebebahn oder der Blick vom 84. Stockwerk des Baiyoke II Tower sein. Wichtigste Attraktionen sind der Große Königspalast, der ganz aus goldenem Teakholz errichtete Vimanmek-Palast, der Wat Pho (Tempel des ruhenden Buddhas) und der Wat Arun (Tempel der Morgendämmerung). Wer will, kann sich im International Buddhist Meditation Center mit Mönchen zum Meditieren treffen.

Shopping: Bangkok ist ein Einkaufsparadies. Auf dem Pratunam-Markt etwa, dem größten Umschlagplatz für Textilien in Südostasien, kann man sich im Nu neu einkleiden. Auch das, was der Chatuchak-Markt bietet, sprengt jede Vorstellungskraft. Und wem es zu heißt wird, der flüchtet sich in eines der Mega-Einkaufszentren, zum Beispiel das überwältigende Mah Boon Krong Center oder das edle Siam Paragon.

Kuala Lumpur: Sauber, schnell und hell

Der malayische Airport wirbt um Umsteigepassagiere. Bis 2007 galt er sogar als bester Flughafen der Welt. Inzwischen weist er jedoch auch Mängel auf.

Nur viereinhalb Jahre hatte die Bauzeit des Kuala Lumpur International Airport betragen – nie zuvor war ein Flughafen dieser Größe in einer so kurzen Zeit errichtet worden. Der 1998 eröffnete und 70 km vom Zentrum der malaysischen Hauptstadt liegende Airport wirbt für sich als Umsteige-Flughafen – etwa in Richtung Indonesien, Philippinen und Australien. Allerdings muss er sich gegen starke Konkurrenten wie Singapur, Bangkok und Jakarta behaupten.

Angeflogen wird Kuala Lumpur von etwa 70 Gesellschaften. Ab Deutschland verkehren Malaysia Airlines und Lufthansa direkt. Insgesamt fliegen jährlich rund 70.000 Passagiere ab Frankfurt (ab London: 300.000, ab Singapur: 1,7 Mio.). Allerdings werden auch Umsteigeverbindungen genutzt, vor allem über Singapur mit SIA oder mit Emirates oder Qatar über Dubai und Doha. Die Transitzeit in Kuala Lumpur wurde gerade erst deutlich verkürzt auf 2:20 (Hinflug) und 1:15 Stunden (Rückflug). Dominierende Airlines sind Malaysian mit 50 % sowie die Billigfluggesellschaft Air Asia mit 20 %.

In den Jahren 2005 bis 2007 erhielt Kuala Lumpur die renommierte Skytrax-Auszeichnung als „weltbester Flughafen“. Von solchen Erfolgen ist er inzwischen jedoch entfernt und erreichte 2014 nur noch Platz 20 – 2013 war es noch Rang 14 und 2012 sogar Rang 8. Besser ist das Resultat mit Platz 2 bei den Airports mit 40 bis 50 Mio. Passagieren und bei den besten Billigflieger-Terminals (Platz 5). Zum Teil weite Wege werden ebenso bemängelt wie mitunter langsames W-LAN und unhöfliches Personal. Gelobt werden Sauberkeit, Restaurantvielfalt sowie die Golden Lounges von Malaysian.

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